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ABC-XYZ-Analyse: Sortiment nach Wert und Planbarkeit einteilen

Aktualisiert:

Gilt für: Versionunabhängige Methode für Warenwirtschafts- und Lagersysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz; keine Produkt- oder Versionsbindung.

Kurz gesagt

Sie teilen Artikel in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach dem Jahresverbrauchswert in A, B und C ein und nach dem Variationskoeffizienten des Monatsbedarfs in X, Y und Z. Beide Klassen ergeben zusammen ein Feld der Neun-Feld-Matrix; daraus leiten Sie Ihre betriebliche Regel für Bestellart, Sicherheitsbestand und Lagerzone ab. Im Beispiel: A bis 75 Prozent; X unter 0,25, Y von 0,25 bis unter 0,50, Z ab 0,50.

Das Wichtigste

  • Verbrauchswert = Jahresverbrauchsmenge in Stück × Einstandspreis in Euro je Stück.
  • Variationskoeffizient = Standardabweichung ÷ Mittelwert der zwölf Monatswerte, ohne Einheit; nur bei positivem Mittelwert definiert.
  • ABC-Grenzen im Beispiel: 75 und 95 Prozent; XYZ: X unter 0,25, Y von 0,25 bis unter 0,50, Z ab 0,50.
  • Die Neun-Feld-Matrix verbindet beide Klassen; die Regel für Bestellart, Sicherheitsbestand und Lagerzone je Feld legt der Betrieb fest.
  • Grenzen, Zählweise und Regel je Feld sind betriebliche Annahmen aus dem Artikelverbrauch; passen Sie sie an Ihre Daten an.

Die ABC-Analyse ordnet Artikel nach ihrem Verbrauchswert, die XYZ-Analyse nach der Gleichmäßigkeit des Bedarfs. Erst beide Einteilungen zusammen zeigen, wo sich Steuerung lohnt und wo ein einfacher Puffer genügt. Das folgende Beispiel führt beide Schritte für 20 Artikel durch und schlägt daraus je Matrixfeld eine betriebliche Regel für Bestellung, Sicherheitsbestand und Lagerplatz vor.

Was Sie vorab brauchen

  • die Verbrauchsmengen je Artikel und Monat aus Ihrem Warenwirtschaftssystem; als Beobachtungszeitraum empfehlen wir zwölf Monate, bei starkem Saisongeschäft zwei Jahre (redaktionelle Empfehlung)
  • den Einstandspreis je Artikel, siehe Einstandspreis berechnen
  • die Entscheidung, welcher Wert zählt: Verbrauchswert, Umsatz oder Deckungsbeitrag
  • die schriftlich festgelegten Klassengrenzen für ABC und XYZ
  • ein Feld im Artikelstamm für beide Klassen
  • die Zonen und Platztypen Ihres Lagers: greifnah, mittlere Ebene, obere Ebene, Reservefläche
  • eine Person, die die Einteilung einmal im Jahr neu rechnet

Schritt für Schritt: 20 Artikel einteilen

Schritt 1: Verbrauchswert je Artikel berechnen

Der Verbrauchswert eines Artikels ist seine Jahresverbrauchsmenge mal Einstandspreis:

Verbrauchswert (Euro je Jahr) = Jahresverbrauchsmenge (Stück je Jahr) × Einstandspreis (Euro je Stück)

Nehmen Sie die Abgangsmenge aus dem Lager, nicht die Einkaufsmenge. Ein Artikel, der eingekauft und nie verbraucht wurde, steht sonst oben, ohne Umschlag zu haben. Die folgende Beispielrechnung verwendet erfundene Zahlen eines Händlers mit 20 Artikeln; die Grenzen von 75 und 95 Prozent sind Annahmen dieses Beispiels, Schritt 2 zeigt, wie Sie sie setzen.

Artikel Jahresmenge (Stück) Einstandspreis (Euro/Stück) Verbrauchswert (Euro/Jahr) Anteil am Gesamtwert Kumuliert ABC-Klasse
01 7.800 8,00 62.400 34,7 % 34,7 % A
02 3.600 9,00 32.400 18,0 % 52,7 % A
03 2.430 10,00 24.300 13,5 % 66,2 % A
04 5.300 3,00 15.900 8,8 % 75,0 % A
05 1.875 4,80 9.000 5,0 % 80,0 % B
06 3.000 2,50 7.500 4,2 % 84,2 % B
07 1.500 4,00 6.000 3,3 % 87,5 % B
08 2.700 2,00 5.400 3,0 % 90,5 % B
09 1.125 4,00 4.500 2,5 % 93,0 % B
10 4.500 0,80 3.600 2,0 % 95,0 % B
11 450 4,00 1.800 1,0 % 96,0 % C
12 750 2,00 1.500 0,8 % 96,8 % C
13 600 2,00 1.200 0,7 % 97,5 % C
14 360 2,50 900 0,5 % 98,0 % C
15 1.875 0,40 750 0,4 % 98,4 % C
16 1.300 0,50 650 0,4 % 98,8 % C
17 750 0,80 600 0,3 % 99,1 % C
18 550 1,00 550 0,3 % 99,4 % C
19 1.100 0,50 550 0,3 % 99,7 % C
20 2.000 0,25 500 0,3 % 100,0 % C
Summe 180.000 100,0 %

Die vier Artikel der Klasse A tragen zusammen 135.000 Euro oder 75,0 Prozent, die sechs Artikel der Klasse B 36.000 Euro oder 20,0 Prozent, die zehn Artikel der Klasse C 9.000 Euro oder 5,0 Prozent des Gesamtwerts.

Schritt 2: Kumulierte Anteile bilden und ABC-Grenzen setzen

Sortieren Sie die Artikel absteigend nach Verbrauchswert und addieren Sie die Anteile laufend. Die Klasse endet dort, wo die kumulierte Summe die Grenze erreicht. In der Beispielrechnung liegt die Grenze für A bei 75 Prozent und für A plus B bei 95 Prozent; daraus ergeben sich vier A-Artikel, sechs B-Artikel und zehn C-Artikel.

Diese Grenzen sind eine betriebliche Konvention, keine Rechengröße. Grenzen von 80 Prozent für A und 90 Prozent für A plus B oder ein Schnitt nach der Artikelzahl sind ebenso möglich. Beide Wege haben Folgen: Eine Grenze nach Artikelzahl sichert Ihnen eine handhabbare Gruppe, sagt aber nichts über den gesteuerten Wert; eine Grenze nach Wert legt den Fokus auf das Kapital, kann die Gruppe aber groß machen. Prüfen Sie nach dem ersten Lauf, ob die A-Gruppe in der Zeit zu bearbeiten ist, die Sie je Woche für die Disposition haben, und verschieben Sie sonst die Grenze.

Als Wert können Sie statt des Verbrauchswerts auch den Umsatz, den Deckungsbeitrag oder die Kapitalbindung nehmen. Entscheiden Sie das vorher und behalten Sie das Kriterium bei, sonst sind zwei Jahre nicht vergleichbar.

Schritt 3: Monatsbedarf auswerten und den Variationskoeffizienten rechnen

Für die XYZ-Einteilung zählt nicht die Höhe des Bedarfs, sondern seine Schwankung. Sie brauchen je Artikel die zwölf Monatswerte und daraus drei Größen:

  • Mittelwert μ = Summe der Monatswerte ÷ Anzahl der Monate, in Stück je Monat
  • Standardabweichung σ = Wurzel aus (Summe der quadrierten Abweichungen vom Mittelwert ÷ Anzahl der Monate), in Stück je Monat
  • Variationskoeffizient CV = σ ÷ μ, ohne Einheit, definiert nur bei einem positiven Mittelwert μ

Mittelwert und Standardabweichung sind hier so definiert, wie es das NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods beschreibt: Der Mittelwert ist die Summe der Werte geteilt durch ihre Anzahl, die Standardabweichung die Wurzel aus dem Mittel der quadrierten Abweichungen (NIST-Abschnitt 1.3.5.1 und 1.3.5.6). Das Handbook bildet dieses Mittel mit N − 1; die Beispielrechnung teilt durch N (hier 12) und liefert damit etwas kleinere Werte.

Eurostat definiert den Variationskoeffizienten als Standardabweichung geteilt durch Mittelwert. Der Quotient ist nur bei einem positiven Mittelwert definiert: Ein Artikel ohne Bedarf in allen Monaten hat den Mittelwert null, und die Division durch null ergibt keinen Wert. Solche Nullbedarfsartikel ordnen Sie nicht über den Variationskoeffizienten ein, sondern führen sie gesondert, etwa mit festem Mindestbestand oder auf Abruf. Zähler und Nenner haben dieselbe Einheit, deshalb ist das Ergebnis dimensionslos und zwischen Artikeln mit sehr verschiedenen Mengen vergleichbar. Als Verhältnis bleibt der Wert außerdem unverändert, wenn derselbe Artikel proportional mehr oder weniger absetzt: Verdoppelt sich der Bedarf in jedem Monat, verdoppeln sich Mittelwert und Standardabweichung, der Quotient bleibt gleich. Das Glossar des International Statistical Institute führt dazu die deutschen Bezeichnungen Variationskoeffizient und relative Standardabweichung. Die Beispielrechnung teilt durch die Zahl der Monate (hier 12). Teilen Sie durch 12 minus 1, erhalten Sie etwas größere Werte; bleiben Sie bei einer Formel, damit die Grenzen über die Jahre passen.

Die drei folgenden Artikel zeigen die Rechnung vollständig.

Monat Artikel 01 Artikel 03 Artikel 04
Januar 626 197 164
Februar 686 246 1.259
März 667 274 185
April 634 304 153
Mai 650 279 141
Juni 647 236 186
Juli 660 193 1.260
August 669 167 239
September 624 124 234
Oktober 619 112 162
November 672 139 1.148
Dezember 646 159 169
Summe 7.800 2.430 5.300
Mittelwert μ 650,0 202,5 441,7
Standardabweichung σ 20,5 61,9 452,3
Variationskoeffizient CV 0,03 0,31 1,02

Nachgerechnet für Artikel 01: 7.800 ÷ 12 = 650,0 Stück je Monat. Für Artikel 03: 2.430 ÷ 12 = 202,5 Stück je Monat; seine Werte fallen von 304 Stück im April auf 112 Stück im Oktober, deshalb die große Streuung. Für Artikel 04: 5.300 ÷ 12 = 441,7 Stück je Monat; drei Monate mit über 1.100 Stück tragen fast die gesamte Streuung und heben σ auf 452,3 Stück.

Schritt 4: XYZ-Grenzen setzen und beide Klassen verbinden

Für dieses Beispiel gilt: X unter 0,25, Y von 0,25 bis unter 0,50, Z ab 0,50. Die Grenzen sind Annahmen; sie richten sich danach, wie viel Prognoseaufwand Sie sich leisten wollen. Mit denselben Werten und Grenzen ergibt sich für alle 20 Artikel:

Artikel Mittlerer Monatsbedarf (Stück) Standardabweichung (Stück) Variationskoeffizient XYZ-Klasse Feld
01 650,0 20,5 0,03 X AX
02 300,0 10,8 0,04 X AX
03 202,5 61,9 0,31 Y AY
04 441,7 452,3 1,02 Z AZ
05 156,2 7,2 0,05 X BX
06 250,0 16,6 0,07 X BX
07 125,0 34,6 0,28 Y BY
08 225,0 64,9 0,29 Y BY
09 93,8 116,7 1,25 Z BZ
10 375,0 15,9 0,04 X BX
11 37,5 12,0 0,32 Y CY
12 62,5 6,1 0,10 X CX
13 50,0 6,8 0,14 X CX
14 30,0 26,7 0,89 Z CZ
15 156,2 49,9 0,32 Y CY
16 108,3 25,7 0,24 X CX
17 62,5 81,9 1,31 Z CZ
18 45,8 15,2 0,33 Y CY
19 91,7 5,3 0,06 X CX
20 166,7 178,1 1,07 Z CZ

Der Variationskoeffizient reagiert auf einzelne Monate, die weit über oder unter dem Mittelwert liegen. Artikel 16 liegt mit 0,24 knapp unter der X-Grenze; ein zusätzlicher Großauftrag kann ihn im nächsten Jahr nach Y verschieben. Bei Artikel 14 beträgt der mittlere Bedarf 30,0 Stück, die Standardabweichung 26,7 Stück; den Wert von 0,89 treibt das Verhältnis dieser beiden Größen, nicht die kleine Stückzahl, denn als Verhältnis ändert der Variationskoeffizient sich nicht, wenn derselbe Artikel doppelt so viel oder doppelt so wenig absetzt. Werfen Sie einen Blick auf die Monatswerte, bevor Sie einen Wert knapp verfehlt oder knapp erreicht einordnen.

Schritt 5: Politik je Matrixfeld festlegen

Die Matrix liefert nur die Einteilung; sie gibt keine Bestands- oder Lagerplatzpolitik vor. Erst Ihre Regel je Feld sagt, wie ein Artikel geführt wird. Die folgende Tabelle zeigt eine solche Regel für die Felder dieses Beispiels; Zeitangaben, Größen und Puffer sind Vorgaben Ihres Betriebs und nicht aus den Verbrauchsdaten ableitbar.

Feld Bestellart Sicherheitsbestand Lagerzone
AX verbrauchsgesteuert über festen Meldebestand, automatischer Bestellvorschlag niedrig: nur ein kleiner Puffer gegen Bedarfsschwankung und Lieferverzug; den erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit deckt der Meldebestand, nicht der Sicherheitsbestand Zone A: greifnah, in der Nähe von Versand oder Wareneingang, fester Platz
AY verbrauchsgesteuert, Prüfung wöchentlich, Bestellmenge mit Saisonvorlauf mittel, gedeckt durch die saisonale Spitze Zone A, fester Platz
AZ nur mit Einzelfreigabe bestellen, kleine Lose so niedrig wie möglich; Sonderbeschaffung statt Vorrat Zone A, gesichert, Zugriff nur mit Berechtigung
BX verbrauchsgesteuert, Prüfung monatlich mittel Zone B: mittlere Entfernung und mittlere Fachebene
BY verbrauchsgesteuert mit Prognose, Prüfung monatlich mittel bis hoch Zone B
BZ Restbestand abverkaufen, danach nur gegen Auftrag beschaffen niedrig, kein Aufbau Zone B oder C, mittlere Fachebene
CX Jahres- oder Halbjahreslos, Abruf aus Rahmenvertrag niedrig, große Losgröße statt Puffer Zone C: obere Fachebene oder Reservefläche
CY Los im Saisonvorlauf bestellen, Prüfung quartalsweise niedrig bis mittel Zone C
CZ erst nach Auftrag bestellen, kein Vorrat kein Bestand, außer bei kritischen Teilen Zone C, günstigster Platz

In der Spalte Sicherheitsbestand steht nur der Puffer gegen Bedarfsschwankung und Lieferverzug. Der erwartete Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit gehört nicht dazu; er ist Teil Ihrer Bestellschwelle. Nach dem Bestellpunktverfahren, wie es die Vorlesung Lagerhaltungsmanagement der Universität Zürich darstellt, lautet die Beziehung: Bestellpunkt = Tagesnachfrage × Lieferzeit + Sicherheitsbestand. Als Meldebestand ist der Bestellpunkt die Größe, bei deren Erreichen die Bestellung ausgelöst wird.

Ein Sonderfall bleibt das kritische C-Teil. Nach unserer Einschätzung gehört ein Schraubensatz zu 0,40 Euro, der eine Anlage mit dem Wert eines A-Artikels stoppt, trotz Klasse C mit Mindestbestand geführt. Solche Teile finden Sie nicht über den Verbrauchswert; fragen Sie Fertigung und Service, welche Artikel einen Stillstand auslösen können, und führen Sie sie als eigene Liste.

Schritt 6: Einteilung pflegen

Rechnen Sie die Einteilung jährlich neu, bei schnell wechselndem Sortiment halbjährlich, und halten Sie Grenzen, Datenbasis und Rechenformel schriftlich fest. Neue Artikel erhalten zunächst die Klasse des ähnlichsten Artikels und nach zwölf Monaten ihren eigenen Wert. Ändern sich Klassen, ändern sich Zonen und Sicherheitsbestände mit; sonst steht ein A-Artikel in der oberen Fachebene oder ein C-Artikel blockiert einen greifnahen Platz.

So prüfen Sie das Ergebnis

  • Die Summe der Verbrauchswerte über alle Artikel ergibt den Gesamtwert der Tabelle (im Beispiel 180.000 Euro), die kumulierte Spalte endet bei 100,0 Prozent.
  • Jedes Feld der Matrix, in dem mindestens ein Artikel liegt, hat eine Regel für Bestellart, Sicherheitsbestand und Lagerzone.
  • Ein Artikel ohne Bedarf in allen Monaten hat den Mittelwert null; bilden Sie dann keinen Variationskoeffizienten, sondern führen Sie ihn als Nullbedarfsartikel gesondert.
  • Die Standardabweichung eines Artikels prüfen: Trägt ein einzelner Monat den Wert (im Beispiel Artikel 04, 17 und 20), klären Sie die Ursache, bevor Sie daraus eine Klasse ableiten.
  • Der Einstandspreis im Artikelstamm ist aktuell; ein alter Preis verschiebt die Klasse.
  • Die Zahl der A-Artikel passt zur verfügbaren Dispositionszeit. Passt sie nicht, verschieben Sie die Grenze, nicht die Sorgfalt.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Mögliche Ursache Lösung
Monatsreihe besteht nur aus Nullen Mittelwert null; der Variationskoeffizient ist als Division durch null nicht definiert Artikel als Nullbedarfsartikel gesondert führen, etwa mit festem Mindestbestand oder auf Abruf, statt ihn über den Variationskoeffizienten einzuteilen
Fast alle Artikel sind X kurze Reihe mit glattem Bedarf, Rundung auf Monatsebene Bedarf auf Wochenebene auswerten oder eine längere Reihe nehmen und die Grenzen neu prüfen
Ein einzelner Monat treibt die Streuung Einmalauftrag, Projekt, Sortimentswechsel Monatswert prüfen, den Ausreißer begründet herausrechnen oder die Ursache im Stammdatum klären
Die A-Gruppe umfasst die halbe Artikelliste Grenze nach Wert, aber sehr breite Sortimentsverteilung Grenze auf 70 bis 75 Prozent senken oder nach Artikelzahl schneiden
Zonen passen nicht zur Klasse Klassifizierung erneuert, Zonen nicht nachgezogen Platz pro Feld festlegen und beim neuen Lauf umlagern
Artikel fällt von A auf C Preisverfall, Ersatzartikel, Sortimentswechsel Ursache klären, Bestände abbauen, Restbestand abverkaufen

Wann Sie Hilfe holen sollten

Holen Sie Ihre Logistikplanung oder Ihren ERP-Betreuer dazu, wenn die Verbrauchsdaten Lücken haben (etwa nach einem Stammdatenwechsel), wenn dieselbe Klasse in ERP, Lagerverwaltung und Berichtswesen unterschiedlich gepflegt wird, oder wenn Zonen und Sicherheitsbereiche im Lager umgebaut werden. Rechnen Sie zuerst die Wiederbeschaffungszeit Ihrer Lieferanten nach; ohne sie bleibt der Sicherheitsbestand ein Gefühlswert, das Vorgehen steht unter Wiederbeschaffungszeit ermitteln. Wie die Zählfrequenz je Klasse in einen Jahresplan mündet, steht unter Kreislaufinventur planen.

Häufige Fragen

Wie viele Monate Verbrauchsdaten braucht die XYZ-Analyse?

Die geöffneten Quellen nennen keine Mindestdauer. Eurostat definiert den Variationskoeffizienten als Standardabweichung geteilt durch den Mittelwert; berechnen lässt er sich daher aus jeder Monatsreihe mit einem positiven Mittelwert. Ein Artikel ohne Bedarf in allen Monaten hat den Mittelwert null, und die Division durch null ergibt keinen Wert; führen Sie ihn deshalb als eigenen Nullbedarfsartikel. Unsere Empfehlung: zwölf Monate, damit ein voller Saisonzyklus enthalten ist, und bei starkem Saisongeschäft zwei Jahre, damit ein einzelner Ausnahmemonat den Wert nicht übergewichtet. Mit kürzerer Reihe ordnen Sie neue Artikel zunächst wie einen ähnlichen Artikel ein und rechnen nach einem Jahr nach.

Was mache ich mit einem Artikel, der nur 30 Stück im Monat braucht?

Die Stückzahl allein ändert den Variationskoeffizienten nicht: Er ist ein Verhältnis aus Standardabweichung und Mittelwert und bleibt gleich, wenn sich die Menge proportional ändert. Achten Sie stattdessen auf die Monatswerte selbst: Ein einzelner Monat mit sehr hohem Bedarf treibt den Wert, und eine Rundung auf ganze Stück wiegt bei kleinen Mengen relativ schwerer. Prüfen Sie solche Reihen einzeln und legen Sie für Teile mit unregelmäßigem Bedarf eher einen festen Mindestbestand fest als eine Grenze.

Ersetzt die ABC-XYZ-Analyse die Inventur?

Nein. Sie steuert Bestellung, Sicherheitsbestand und Lagerplatz. Wie oft Bestände aufgenommen werden, ist eine eigene Frage, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich beantwortet wird; die Zählfrequenz nach ABC-Klasse planen Sie danach, nicht umgekehrt.

Quellen

  1. Oeldorf/Olfert, Material-Logistik, 14. Auflage, Inhaltsverzeichnis (ABC-Materialien, XYZ-Materialien, Bedarfsvorhersage, Sicherheitsbestand und Meldebestand)Deutsche Nationalbibliothek, Verlagsangaben zu Kiehl, Herne 2018, ISBN 978-3-470-54144-0 · abgerufen am
  2. Pfohl, Logistiksysteme: Betriebswirtschaftliche Grundlagen, 10. Auflage, Inhaltsverzeichnis (5 Lagerhaltung, 5.4 Selektive Lagerhaltung, 6.3 Lagerplatzzuordnung)Deutsche Nationalbibliothek, Verlagsangaben zu Springer Vieweg, Berlin 2025, ISBN 978-3-662-69935-5 · abgerufen am
  3. Statistics Explained, Glossary: Coefficient of variationEurostat, Statistisches Amt der Europäischen Union · abgerufen am
  4. ISI Glossary: coefficient of variation; variation coefficient; percentage standard deviation (deutsch: Variationskoeffizient, relative Standardabweichung)International Statistical Institute · abgerufen am
  5. Vorlesung 14: Lagerhaltungsmanagement, Institut für Betriebswirtschaftslehre, 19. Dezember 2016, Folie 19 (Bestellpunktverfahren: R = T × L + SB)Universität Zürich, Institut für Betriebswirtschaftslehre · abgerufen am
  6. NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods, Abschnitt 1.3.5.1 Measures of Location (Mittelwert als Summe geteilt durch Anzahl)National Institute of Standards and Technology (NIST) · abgerufen am
  7. NIST/SEMATECH e-Handbook of Statistical Methods, Abschnitt 1.3.5.6 Measures of Scale (Standardabweichung als Wurzel der mittleren quadrierten Abweichung)National Institute of Standards and Technology (NIST) · abgerufen am