Deckungsbeitrag (Was nach variablen Kosten übrig bleibt)
Kurz gesagt
Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel eine Produktart, ein Auftrag oder ein Kunde nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und danach zum Gewinn beiträgt. Er ist die Differenz aus Umsatz und variablen Kosten. In der mehrstufigen Rechnung ziehen Sie die Fixkosten in Stufen ab, vom Deckungsbeitrag I bis zum Deckungsbeitrag III.
Das Wichtigste
- Deckungsbeitrag = Umsatz minus variable Kosten; er deckt zuerst die Fixkosten und danach den Gewinn.
- Stückdeckungsbeitrag = Stückerlös minus variable Stückkosten; Gesamtdeckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag mal Menge.
- Mehrstufig: Deckungsbeitrag II nach Abzug der Produktfixkosten, Deckungsbeitrag III nach den Produktgruppenfixkosten.
- Die Deckungsbeitragsrechnung ordnet Kosten nach fix und variabel; das Handelsrecht bewertet dagegen mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
- Die Herstellungskosten der Bilanz folgen anderen Regeln, in Deutschland nach § 255 Abs. 2 HGB.
Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten einer Produktart, eines Auftrags oder eines Kunden vom Umsatz übrig bleibt; er deckt zuerst die Fixkosten des Betriebs und danach den Gewinn.
Wozu er dient
Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Instrument der Teilkostenrechnung. Sie trennt die Kosten in variable und fixe Bestandteile, statt wie die Vollkostenrechnung alle Kosten über Schlüssel auf die Kostenträger zu verteilen. Damit beantwortet der Deckungsbeitrag kurzfristige Entscheidungen: Wo liegt die Preisuntergrenze, lohnt sich ein Zusatzauftrag, welches Produkt läuft bei einem Engpass zuerst. Sind die Fixkosten gedeckt, wirkt jeder weitere Deckungsbeitrag als Gewinn; die Menge, ab der die Fixkosten gedeckt sind, ist die Break-Even-Menge.
Formel und Beispiel
Der Stückdeckungsbeitrag ergibt sich aus Stückerlös minus variable Stückkosten, der Gesamtdeckungsbeitrag aus Stückdeckungsbeitrag mal Menge oder aus Erlösen minus variablen Kosten. Bei der mehrstufigen Rechnung werden die Fixkosten in Stufen abgezogen. Die folgende Beispielrechnung für zwei Produkte eines Bereichs verwendet erfundene Zahlen (Beispielrechnung).
| Position in Euro | Produkt A | Produkt B | Bereich gesamt |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 60.000 | 40.000 | 100.000 |
| − variable Kosten | 36.000 | 28.000 | 64.000 |
| = Deckungsbeitrag I | 24.000 | 12.000 | 36.000 |
| − Produktfixkosten | 6.000 | 4.000 | 10.000 |
| = Deckungsbeitrag II | 18.000 | 8.000 | 26.000 |
| − Produktgruppenfixkosten | – | – | 7.000 |
| = Deckungsbeitrag III | – | – | 19.000 |
Produktfixkosten sind der einzelnen Produktart zurechenbar, etwa Entwicklung, Lizenz oder Vertrieb des Produkts; Produktgruppenfixkosten trägt die gemeinsame Produktgruppe, etwa über Werkzeugkosten. Der Deckungsbeitrag III des Bereichs von 19.000 Euro muss danach noch die Bereichs- und Unternehmensfixkosten decken. Wie Sie damit bei einem Engpass rechnen, zeigt Deckungsbeitrag berechnen.
Grundlage
Die Deckungsbeitragsrechnung kommt aus der Kosten- und Entscheidungsrechnung der Betriebswirtschaft. Das Handelsrecht dagegen bewertet Vermögensgegenstände mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten; in Deutschland regelt § 255 Abs. 2 HGB, welche Kosten zu den Herstellungskosten gehören. Diese enthalten auch fixe Gemeinkosten und folgen damit einer anderen Logik als der Deckungsbeitrag.
Nicht zu verwechseln
- Herstellungskosten: handelsrechtlicher Bewertungsmaßstab für selbst hergestellte Vermögensgegenstände in der Bilanz; siehe Herstellungskosten nach HGB.
- Marge: ein Verhältnis zum Umsatz oder Verkaufspreis als Prozentwert; der Deckungsbeitrag ist dagegen ein Betrag in Euro.
- Vollkostenrechnung: sie verteilt auch die fixen Kosten auf die Kostenträger; die Deckungsbeitragsrechnung trennt fixe und variable Kosten.