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Servicegrad und Lieferbereitschaft messen: Formeln und Datenquelle

Aktualisiert:

Gilt für: Versionsunabhängige Methode für ERP- und Warenwirtschaftssysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Beispielzahlen erfunden, keine Produktbindung.

Kurz gesagt

Der Servicegrad ist der Anteil der vollständig und termingerecht gelieferten Einheiten an den angeforderten Einheiten eines Zeitraums. Zählen Sie je Auftragsposition, lautet das Ergebnis im Beispiel 91,7 Prozent, zählen Sie je Auftrag 87,5 Prozent: Auf Auftragsebene gilt ein Auftrag erst als bedient, wenn alle seine Positionen stimmen. Die Daten kommen aus Auftrag, Auftragsbestätigung und Lieferung.

Das Wichtigste

  • Servicegrad = bediente Einheiten ÷ angeforderte Einheiten × 100.
  • Bezugseinheit ist das Stück, die Auftragsposition oder der Auftrag; die Wahl kann unterschiedliche Werte ergeben, muss aber nicht: Sind alle Positionen vollständig und termingerecht geliefert, stehen alle drei Quoten bei 100 Prozent.
  • Auf Auftragsebene zählt ein Auftrag nur als bedient, wenn jede Position vollständig und termingerecht ist.
  • Wunschtermin und bestätigter Termin sind zwei Kennzahlen: Servicegrad und Liefertreue.
  • Ohne Lieferdatum und gelieferte Menge je Position bleibt nur eine Aussage über ganze Aufträge.

Was Sie vorab brauchen

  • eine Festlegung, was als bedient gilt: nur vollständig oder auch termingerecht, mit oder ohne Toleranz beim Termin
  • den Bezugstermin: der gewünschte Termin des Kunden oder der von Ihnen bestätigte Termin
  • die Bezugseinheit, in der Sie zählen: Stück, Auftragsposition oder Auftrag
  • den Messzeitraum und die Regel für Positionen, die am Stichtag noch offen sind
  • einen Datenauszug aus Auftragskopf und Auftragsposition, je Position mit bestellter Menge, Wunschtermin, bestätigtem Termin und tatsächlichem Lieferdatum
  • eine schriftliche Regel für Sonderfälle: Teillieferung, Nachlieferung, Storno, Retoure, Rückstandsposition

Ohne die beiden ersten Punkte ist die Zahl nicht wiederholbar.

Was der Servicegrad misst

Hinter dem Begriff steht eine Festlegung, die vor jeder Auswertung nötig ist: ob eine Einheit nur vollständig oder auch termingerecht geliefert sein muss. Gezählt werden die bedienten und die angeforderten Einheiten des Zeitraums; ohne diese Festlegung sind zwei Auswertungen desselben Monats nicht vergleichbar.

Die geöffnete ETH-Lehrunterlage nennt als Bezugsobjekte den Artikel, den Geschäftspartner und die Teillogistik, etwa den Vertrieb, und lässt als zu zählende Einheit den Artikelbedarf, die Auftragsposition oder den ganzen Auftrag zu (Abschnitt 1.4.4, Abb. 1.4.4.1). Unterschiedliche Werte sind damit möglich, aber nicht garantiert: Ist jede Position vollständig und termingerecht geliefert, ergeben alle drei Quoten 100 Prozent. Erst eine Abweichung trennt sie, weil sie auf Positionsebene nur eine Position kostet und auf Auftragsebene den ganzen Auftrag.

Der Terminbezug entscheidet über eine zweite Frage. Dieselbe Quelle trennt zwei Kennzahlen: die erste setzt vollständig gelieferte Einheiten gegen den gewünschten Liefertermin des Kunden, die zweite gegen den bestätigten Termin (Abb. 1.4.4.1 und 1.4.4.2). Hier heißt die erste Größe Servicegrad, die zweite Liefertreue oder Termintreue; wer beide zu einer Zahl verschmilzt, kann nicht mehr sagen, ob ein Termin falsch zugesagt oder falsch gehalten wurde.

Das SCOR-Modell setzt dieselbe Frage auf Auftragsebene an: gezählt werden Aufträge mit richtiger Dokumentation, ohne Transportschaden und mit allen Positionen und Mengen zum Kundentermin (wiedergegeben nach derselben ETH-Lehrunterlage). Für die Bewertung von Lieferanten treten Bestellungen an die Stelle der Kundenaufträge; siehe Lieferantenbewertung mit Scorecard.

Der Formelkasten

Alle vier Kennzahlen haben denselben Aufbau: bediente Einheiten durch angeforderte Einheiten, mal 100; sie unterscheiden sich nur in der gezählten Einheit.

Kennzahl bediente Einheiten (Zähler) angeforderte Einheiten (Nenner) Einheit
Mengenservicegrad Stück, vollständig und termingerecht geliefert bestellte Stück des Zeitraums Prozent
Positionsservicegrad Auftragspositionen, vollständig und termingerecht geliefert alle Auftragspositionen des Zeitraums Prozent
Auftragsservicegrad Aufträge, in denen jede Position vollständig und termingerecht geliefert wurde alle Aufträge des Zeitraums Prozent
Liefertreue je Position Positionen, vollständig bis zum bestätigten Termin geliefert alle Positionen mit bestätigtem Termin Prozent

In Worten: Servicegrad = bediente Einheiten ÷ angeforderte Einheiten × 100.

Der Unterschied zwischen den Ebenen steckt im Zähler. Auf Positionsebene zählt jede Position für sich; eine verspätete Position kostet genau eine Position. Auf Auftragsebene zählt ein Auftrag nur dann, wenn jede seiner Positionen vollständig und termingerecht geliefert wurde; eine einzige abweichende Position setzt den gesamten Auftrag auf „nicht bedient“. Den Zusammenhang gibt die geöffnete Quelle nicht als Formel vor; er folgt aus der Definition: Bediente Aufträge sind nur solche mit ausschließlich bedienten Positionen, und wie weit die beiden Werte auseinanderliegen, hängt von der Verteilung der Abweichungen ab. Abweichungen in Aufträgen mit wenigen Positionen drücken den Auftragswert stärker, eine Abweichung in einem Auftrag mit vielen Positionen den Positionswert. Ein festes Größenverhältnis gibt es deshalb nicht.

Schritt für Schritt: Servicegrad aus dem ERP rechnen

Schritt 1: Bezugseinheit und Termin festlegen

Schreiben Sie einen Satz auf: „Bedient heißt: eine Auftragsposition ist vollständig und ohne Überschreitung des Wunschtermins des Kunden geliefert.“ Ergebnis: eine Definition, die in jedem Bericht gleich lautet.

Schritt 2: Zeitraum und Datenstand festhalten

Legen Sie fest, welches Datum den Zeitraum bestimmt, etwa Auftragseingang oder Lieferdatum, und notieren Sie den Datenstand des Auszugs. Ergebnis: Zeitraum, Zählweise und Datenstand auf einem Blatt.

Schritt 3: Positionen mit Mengen und Terminen ziehen

Ziehen Sie eine Zeile je Auftragsposition mit Auftragsnummer, Positionsnummer, Artikel, bestellter Menge, Wunschtermin, bestätigtem Termin und tatsächlichem Lieferdatum. Artikel, Menge und Termin hängen im Auftrag an der Position (ETH-Lehrunterlage, Abschnitt 1.2.1). Ergebnis: eine Tabelle ohne leere Zellen.

Schritt 4: Bedient je Position bestimmen

Setzen Sie eine Spalte „bedient“ mit zwei Werten und eine Begründungsspalte: vollständig und termingerecht, verspätet, unvollständig. Eine Position, die in zwei Lieferungen angekommen und bis zum Bezugstermin vollständig geworden ist, ist bedient; eine vollständige, aber verspätete Position nicht. Ergebnis: für jede Position ein eindeutiges Ja oder Nein.

Schritt 5: Auf die Bezugseinheit verdichten

Verdichten Sie die Positionen auf den Auftrag: Ein Auftrag ist bedient, wenn alle seine Positionen bedient sind. Die Zusage, gegen die Sie messen, ist das Ergebnis der Lieferterminzusage (ETH-Lehrunterlage, Abschnitt 1.2.1b). Ergebnis: zwei Zählungen, eine über Positionen und eine über Aufträge.

Schritt 6: Quoten rechnen und dokumentieren

Teilen Sie die bedienten durch die angeforderten Einheiten und multiplizieren Sie mit 100. Schreiben Sie neben jede Zahl die Definition aus Schritt 1, den Zeitraum und den Datenstand. Ergebnis: eine Kennzahl, die ein Dritter mit demselben Auszug nachrechnen kann.

Beispielrechnung: derselbe Monat, drei Bezugseinheiten

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen: Ein Handelsbetrieb liefert in einem Monat 40 Kundenaufträge mit 96 Positionen und insgesamt 3.200 bestellten Stück aus. Bezugstermin ist der Wunschtermin des Kunden, eine Toleranz gibt es nicht.

88 der 96 Positionen wurden vollständig und termingerecht geliefert; auf sie entfallen 2.940 der 3.200 Stück. Die abweichenden 8 Positionen liegen in 5 der 40 Aufträge: 3 Positionen mit 60 Stück kamen vollständig, aber verspätet an und liegen in 2 dieser Aufträge; 5 Positionen blieben unvollständig, geliefert wurden davon 40 der 200 bestellten Stück, und sie liegen in den übrigen 3 Aufträgen.

Bezugseinheit bedient angefordert Servicegrad
Stück 2.940 3.200 91,9 Prozent
Auftragsposition 88 96 91,7 Prozent
Auftrag 35 40 87,5 Prozent

Nachgerechnet: 2.940 ÷ 3.200 = 0,91875; 88 ÷ 96 = 0,9167; 35 ÷ 40 = 0,875. Alle drei Werte beschreiben denselben Monat und dieselben Lieferungen.

Der deutliche Abstand entsteht zwischen Position und Auftrag: Die 5 betroffenen Aufträge enthalten nur 8 der 96 Positionen (8,3 Prozent), stellen aber 5 der 40 Aufträge (12,5 Prozent). Auf Auftragsebene wird eine einzelne abweichende Position auf den ganzen Auftrag hochgerechnet.

Der Mengenservicegrad liegt hier nahe am Positionswert, weil die abweichenden Positionen wenige Stück tragen. Fällt eine Abweichung auf eine Position mit vielen Stück, sinkt er stärker als der Positionsservicegrad; die drei Zahlen sind nicht austauschbar.

Lässt man den Termin außer Acht und zählt nur vollständige Lieferungen, steigen alle drei Werte: 3.000 von 3.200 Stück (93,8 Prozent), 91 von 96 Positionen (94,8 Prozent) und 37 von 40 Aufträgen (92,5 Prozent). Die drei Aufträge mit den unvollständigen Positionen bleiben unvollständig, die beiden übrigen betroffenen Aufträge mit den nur verspäteten Positionen gelten jetzt als vollständig; daher 37 und nicht 35. Der Unterschied zwischen diesen Werten und der Tabelle oben ist der Anteil vollständiger, aber verspäteter Lieferungen.

Welche Ebene Sie berichten, hängt an der Frage: Für die Aussage, wie oft der Kunde alles zum Wunschtermin erhalten hat, passt der Auftragswert; für die Disposition, die einzelne fehlende Positionen nachliefern muss, der Positionswert. Nennen Sie Ebene und Bezugstermin in jeder Zahl; ein Wechsel ohne Hinweis sieht wie eine Verbesserung aus.

Welche Felder das ERP liefern muss

Die Rechnung braucht zehn Angaben aus vier Objekten: Auftragskopf, Auftragsposition, Auftragsbestätigung und Lieferung. Der Auftrag besteht aus einem Kopf mit Geschäftspartner und Datum und einem Hauptteil mit den Positionen (ETH-Lehrunterlage, Abschnitt 1.2.1).

Feld Objekt im System Was es festhält Wofür die Rechnung es braucht
Auftragsnummer Auftragskopf die Nummer, unter der der Kunde bestellt hat verbindet die Positionen zu einem Auftrag; Nenner der Auftragsebene
Auftragsdatum Auftragskopf den Tag des Auftragseingangs grenzt den Messzeitraum ab, wenn Sie nach Auftragseingang berichten
Positionsnummer Auftragsposition die laufende Nummer der Position Zähler und Nenner der Positionsebene
Artikel Auftragsposition den bestellten Artikel trennt die Positionen und verbindet sie mit dem Lager
Bestellte Menge Auftragsposition die bestellte Menge mit Mengeneinheit Nenner der Mengenebene
Wunschtermin Auftragskopf oder Auftragsposition das vom Kunden verlangte Lieferdatum Bezugstermin des Servicegrads
Bestätigter Termin Auftragsbestätigung je Position das von Ihnen zugesagte Lieferdatum Bezugstermin der Liefertreue
Gelieferte Menge Lieferung, der Position zugeordnet die tatsächlich gelieferte Menge je Position Zähler der Mengenebene; deckt Teillieferungen auf
Ist-Lieferdatum je Position Lieferung, der Position zugeordnet den Tag der Auslieferung dieser Position Terminbewertung; ohne dieses Feld bleibt nur eine Mengenaussage
Status je Position Auftragsposition offen, teilgeliefert, geliefert oder storniert schließt stornierte und offene Positionen nach Ihrer Regel aus oder ein

Entscheidend ist, ob Menge und Lieferdatum je Position geführt werden. Führen Sie beides nur am Auftragskopf, können Sie einzelne Positionen nicht bewerten; mit einem Kopfstatus „geliefert ja oder nein“ bleibt nur der Auftragsservicegrad. Wird dieser Kopfstatus schon bei der ersten Teillieferung auf „geliefert“ gesetzt, weist die Auswertung den geteilten Auftrag als bedient aus, obwohl noch eine Position fehlt; das ist eine fehlerhafte Statusregel, keine zwangsläufige Folge der Teillieferung. Führen Sie beides je Position, sind alle drei Ebenen rechenbar.

Vor dem Zählen brauchen Sie zwei Festlegungen: wie Sie mehrere Lieferungen zu einer Position zusammenfassen, nämlich als Summe der Mengen mit dem letzten Lieferdatum, und ob stornierte Positionen aus dem Nenner fallen; beide gehören neben die Kennzahl.

Wie aus Bestand, Wiederbeschaffungszeit und Streuung ein Puffer wird, der den Servicegrad trägt, steht in Sicherheitsbestand mit Servicegrad berechnen; den Weg vom Angebot bis zur Rechnung beschreibt die Belegkette bis zur Rechnung.

So prüfen Sie das Ergebnis

  • Zählprobe: 88 + 8 = 96 Positionen, 35 + 5 = 40 Aufträge, 2.940 + 60 + 200 = 3.200 Stück. Fehlt eine dieser Summen, ist der Auszug unvollständig.
  • Quotenprobe: 88 ÷ 96 = 91,7 Prozent, 35 ÷ 40 = 87,5 Prozent, 2.940 ÷ 3.200 = 91,9 Prozent.
  • Ebenenprobe: Nennen Sie Auftrags- und Positionswert nebeneinander; ein großer Abstand zeigt, dass die Abweichungen auf der Auftragsebene stärker durchschlagen.
  • Terminprobe: Rechnen Sie einmal gegen den Wunschtermin und einmal gegen den bestätigten Termin.
  • Nennerprobe: Prüfen Sie stornierte und offene Positionen gegen Ihre Regel; eine Position ohne Ist-Lieferdatum ist zum Stichtag nicht bedient.
  • Wiederholprobe: Legen Sie denselben Auszug mit demselben Datenstand ein zweites Mal aus; abweichende Zahlen deuten auf andere Filter oder Stichtage.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Mögliche Ursache Abhilfe
Positionswert und Auftragswert liegen weit auseinander die Abweichungen fallen auf Aufträge mit wenigen Positionen beide Werte mitführen und die Zahl der betroffenen Aufträge nennen
Die Kennzahl ist unerwartet hoch Positionen ohne Ist-Lieferdatum wurden als bedient gezählt Positionen ohne Ist-Datum aus dem Zähler nehmen und gesondert ausweisen
Die Kennzahl sinkt, ohne dass sich im Lager etwas geändert hat Storno, Retoure oder Nachlieferung sind in den Nenner geraten Regeln für Storno, Retoure und Nachlieferung schriftlich festlegen und den Auszug prüfen
Zwei Auswertungen nennen verschiedene Werte anderer Datenstand, anderer Filter oder anderer Bezugstermin Datenstand, Filter, Periode und Bezugstermin beider Auswertungen notieren und angleichen
Der Wert schwankt stark von Monat zu Monat kleine Fallzahl im Berichtsmonat Zeitraum verlängern oder einen rollierenden Wert über zwölf Monate berichten

Wann Sie Hilfe holen sollten

Holen Sie Ihre Disposition oder den ERP-Betreuer dazu, wenn Ihr System das Ist-Lieferdatum nicht je Position führt; dann ist eine Anpassung von Belegdruck oder Auswertung nötig, und der Aufwand gehört in eine Entscheidung.

Dient die Kennzahl als Ziel oder Prämienvorgabe, legen Sie Definition, Bezugseinheit und Bezugstermin zuerst schriftlich fest. Liegt der bestätigte Termin später als der Wunschtermin und wird vollständig nach dem Wunschtermin, aber bis zum bestätigten Termin geliefert, sinkt der Servicegrad, während die Liefertreue diese Lieferung als gehalten zählt; die spätere Zusage allein ändert keine der beiden Kennzahlen. Das ist kein Rechenfehler, sondern der Unterschied der beiden Kennzahlen. Zur Bestandsseite gehören Bestandsgenauigkeit messen und Lagerumschlag und Reichweite, zur Terminzusage selbst die Verfügbarkeitsprüfung und Lieferterminzusage.

Häufige Fragen

Zählt eine Teillieferung als bedient?

Ja, wenn die Position über alle Teillieferungen hinweg vollständig und bis zum Bezugstermin zusammengekommen ist. Entscheidend ist der Zustand der Position am Stichtag: Ist sie dann noch nicht vollständig, zählt sie als nicht bedient, auch wenn die fehlende Menge später nachgeliefert wird. Fassen Sie die Teillieferungen deshalb vor dem Zählen zu einer Position zusammen.

Rechne ich gegen den Wunschtermin oder gegen den bestätigten Termin?

Getrennt, nie in einer Zahl gemischt. Der Wunschtermin ergibt den Servicegrad, der bestätigte Termin die Liefertreue. Nennen Sie bei jeder Zahl den Bezugstermin: Eine Lieferung, die zwei Tage nach dem Kundenwunsch, aber am zugesagten Tag eintrifft, ist ein Terminverlust nur in der ersten und ein Erfolg in der zweiten Kennzahl.

Wie behandle ich Positionen, die am Stichtag noch offen sind?

Nach einer festen Regel, die in jeder Periode gleich bleibt. Für die Frage der Lieferfähigkeit gehören offene Positionen in den Nenner und sind zum Stichtag nicht bedient. Wollen Sie nur abgeschlossene Vorgänge beurteilen, nehmen Sie sie aus dem Nenner und weisen die Zahl der offenen Positionen gesondert aus. Beide Wege sind zulässig, nur der Wechsel dazwischen nicht.

Reicht der Status am Auftragskopf?

Nur solange ein Auftrag in einer einzigen Lieferung ausgeht. Sobald ein Auftrag geteilt wird, brauchen Sie Menge und Lieferdatum je Position. Setzen Sie den Kopfstatus schon bei der ersten Teillieferung auf „geliefert“, erscheint der Auftrag als bedient, obwohl noch eine Position offen ist; das ist dann eine falsche Statusregel. Führen Sie den Status nur am Kopf, können Sie den Auftragswert rechnen, aber weder Positions- noch Mengenservicegrad.

Quellen

  1. OTIF, Fill rate, Customer Service Ratio, Delivery Reliability Rate, Lot Size, Capacity Utilization, Order Confirmation Time — Performance Indicators in the Target Area of Delivery (Course 1, Section 1.4.4), Abb. 1.4.4.1 Fill rate und Abb. 1.4.4.2 Delivery reliability rateETH Zürich, OPESS, Lehrmaterial von Prof. em. Dr. Paul Schönsleben (Integral Logistics Management) · abgerufen am
  2. Business-Partner, and Order-Related Business Objects (Course 1, Section 1.2.1): Auftrag als Geschäftsobjekt, Auftragskopf und Positionen mit Identifikation, Menge und TerminETH Zürich, OPESS, Lehrmaterial von Prof. em. Dr. Paul Schönsleben (Integral Logistics Management) · abgerufen am
  3. Order Promising, Order Confirmation, Order Status, Order Header, Order Main Section, Order Footer (Course 1, Section 1.2.1b): Lieferterminzusage, Auftragsbestätigung und AuftragsstatusETH Zürich, OPESS, Lehrmaterial von Prof. em. Dr. Paul Schönsleben (Integral Logistics Management) · abgerufen am