Lagerumschlag und Reichweite berechnen: Formeln und Fallen
Kurz gesagt
Die Umschlagshäufigkeit ist Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, die Lagerreichweite der Bestand geteilt durch den Tagesverbrauch. Zähler und Nenner müssen auf derselben Basis stehen, beide zu Anschaffungskosten oder beide zu Verkaufspreisen, und für die verkaufte Ware und den durchschnittlichen Bestand muss derselbe Kalkulationsfaktor gelten; sonst verschiebt er das Ergebnis (gemischt im Beispiel 37,8 statt 50,4 Tage). Den Wertansatz begrenzen in Deutschland § 255 HGB, in Österreich § 206 UGB.
Das Wichtigste
- Umschlagshäufigkeit = Verbrauch der Periode ÷ durchschnittlicher Lagerbestand; Zähler und Nenner brauchen dieselbe Periode.
- Lagerreichweite = durchschnittlicher Bestand ÷ Tagesverbrauch, also die Tage der Periode geteilt durch die Umschlagshäufigkeit.
- Wareneinsatz zu Anschaffungskosten und Nettoumsatz zu Verkaufspreisen ergeben dieselbe Kennzahl nur, wenn in jeder Rechnung Zähler und Nenner dieselbe Basis haben und für die verkaufte Ware und den durchschnittlichen Bestand derselbe Kalkulationsfaktor gilt.
- Gemischt (Nettoumsatz ÷ Bestand zu Anschaffungskosten) hebt die Kennzahl im Beispiel von 7,14 auf 9,52 Umschläge.
- Wertansatz zu Anschaffungskosten: Deutschland § 255 Abs. 1 HGB ohne abziehbare Vorsteuer, Österreich § 206 UGB.
- Deutschland: eine Abschreibung auf den niedrigeren Wert (§ 253 Abs. 4 HGB) senkt den Bestandswert und hebt die Kennzahl.
Zwei Beträge aus Ihrem System entscheiden über die Kennzahl, und beide lassen sich auf zwei Arten ausweisen. Wer den Verbrauch und den Bestandswert auf verschiedene Basen stellt, erhält ein Ergebnis, das um den Kalkulationsfaktor danebenliegt.
Was Sie vorab brauchen
- den Nettoumsatz und den Wareneinsatz der Periode, beide ohne Umsatzsteuer und auf denselben Zeitraum abgegrenzt
- die Tage der Periode; das Beispiel rechnet mit 360 Rechnungstagen je Jahr
- die Bestandswerte an mehreren Stichtagen der Periode, nicht nur am Anfang und am Ende
- die Bewertungsbasis Ihres Systems (Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder Verkaufspreise) und das Bewertungsverfahren (FIFO, LIFO oder Durchschnitt)
- eine Festlegung, welche Bestände mitzählen: Sperr-, Muster- und Kommissionsbestand, Ware unterwegs
- die Wareneinsatzquote oder den Kalkulationsfaktor des Sortiments, wenn Sie beide Basen nebeneinander rechnen wollen
Diese sechs Angaben gehören auf ein Prüfblatt. Fehlt eine davon, ist die Kennzahl nicht nachprüfbar.
Was die beiden Kennzahlen aussagen
Die Umschlagshäufigkeit, auch Lagerumschlag oder Umschlagsgeschwindigkeit, ist die Zahl der Umschläge, die ein Lager in einer Periode schafft; sie setzt den Verbrauch der Periode ins Verhältnis zum durchschnittlichen Bestand. Die Lagerreichweite ist derselbe Sachverhalt in Tagen.
Beide Kennzahlen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz dieselbe Rechnung; sie brauchen dazu Verbrauch und Bestandswert aus Ihrem System. Im Working-Capital-Zusammenhang steht die Lagerreichweite neben der Forderungslaufzeit (Zahlungsziel und Forderungslaufzeit).
Die Reichweite hat zwei Lesarten, die Sie nicht vermischen dürfen. Die Periodenreichweite stellt den durchschnittlichen Bestand dem Tagesverbrauch der Periode gegenüber. Die Stichtagsreichweite stellt den aktuellen Bestand dem geplanten Tagesbedarf gegenüber; sie dient der nächsten Bestellung und kann von der Periodenreichweite abweichen.
Die Kennzahl misst Geschwindigkeit, nicht Wirtschaftlichkeit. Ein hoher Umschlag entsteht auch, wenn zu wenig Ware im Haus ist und Aufträge nicht bedient werden. Erst zusammen mit dem Servicegrad wird daraus eine Aussage über die Versorgung (Servicegrad und Lieferbereitschaft).
Der Formelkasten
Jede Formel braucht einen Zähler und einen Nenner auf derselben Basis und dieselbe Periode in beiden Größen.
| Kennzahl | Formel | Einheit |
|---|---|---|
| Durchschnittsbestand | Summe der Bestandswerte an den Stichtagen ÷ Anzahl der Stichtage | Euro |
| Umschlagshäufigkeit zu Einstandspreisen | Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Bestand zu Anschaffungskosten | Umschläge je Periode |
| Umschlagshäufigkeit zu Verkaufspreisen | Nettoumsatz ÷ durchschnittlicher Bestand zu Verkaufspreisen | Umschläge je Periode |
| Periodenreichweite | durchschnittlicher Bestand ÷ (Verbrauch der Periode ÷ Tage der Periode) | Tage |
| Periodenreichweite aus dem Umschlag | Tage der Periode ÷ Umschlagshäufigkeit | Tage |
In Worten lauten die beiden Grundformeln:
- Umschlagshäufigkeit = Verbrauch der Periode ÷ durchschnittlicher Bestand der Periode
- Lagerreichweite in Tagen = durchschnittlicher Bestand ÷ Tagesverbrauch
Verbrauch bedeutet zu Einstandspreisen den Wareneinsatz und zu Verkaufspreisen den Nettoumsatz. Die beiden Basen hängen über die Wareneinsatzquote zusammen: Wareneinsatz = Nettoumsatz × Wareneinsatzquote; der Kalkulationsfaktor ist der Kehrwert, im Beispiel 1 ÷ 0,75 = 1,3333. Beide zusammenpassenden Rechnungen ergeben nur dann dieselbe Kennzahl, wenn für die in der Periode verkaufte Ware und für den durchschnittlichen Bestand derselbe Kalkulationsfaktor gilt; weicht der Faktor für den Bestand davon ab, weichen auch die beiden Basen voneinander ab. Wer den Nettoumsatz durch den Bestand zu Anschaffungskosten teilt, rechnet deshalb nicht mehr dieselbe Kennzahl.
Die Formel steht in der geöffneten Lehrbuchquelle als Umschlagshäufigkeit des Vorrats: Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Bestand (Saylor Academy, Financial Accounting, Abschnitt 9.6). Dieselbe Quelle rechnet die Tage, die Ware im Lager liegt, aus dem durchschnittlichen Bestand und dem Tageswareneinsatz, lässt dafür 360 oder 365 Tage zu und erlaubt für den Durchschnitt Anfangs- und Endbestände, Monatswerte oder andere Werte. Für die Logistik nennt die VDI-Richtlinie 4400 Kennzahlen in drei Blättern: Blatt 1 „Logistikkennzahlen für die Beschaffung“ (Ausgabe Mai 2001), Blatt 2 „Logistikkennzahlen für die Produktion“ (Ausgabe Dezember 2004) und Blatt 3 „Logistikkennzahlen für die Distribution“ (Ausgabe Juli 2002). Eine VDI-Richtlinie hat nach der Auskunft des VDI grundsätzlich den Charakter einer Empfehlung, ihre Anwendung steht jedem frei. Verbindlich werden ihre Festlegungen, wenn ein Rechtsdokument sie ausdrücklich in Bezug nimmt; nach dieser Auskunft gilt das für Verweise in Gesetzen und Verordnungen ebenso wie für Verträge, und in einem Rechtsstreit orientiert sich ein Gericht erfahrungsgemäß am Stand der Technik.
Schritt für Schritt: Kennzahlen aus dem ERP rechnen
Schritt 1: Basis und Periode festlegen
Notieren Sie Periode, Tagezahl, Bewertungsbasis und für beide Größen die Quelle im System. Ergebnis: ein Prüfblatt mit Periode, Basis und Datenstand.
Schritt 2: Bestandswerte ziehen
Ziehen Sie den Bestandswert an den Stichtagen der Periode, etwa am Ende jedes Monats, dazu Anfang und Ende. Filtern Sie dieselben Lagerorte und dieselben Artikel wie im Verbrauch. Ergebnis: eine Spalte mit Bestandswerten in Euro auf einer Basis.
Schritt 3: Durchschnittsbestand rechnen
Summieren Sie die Bestandswerte und teilen Sie durch ihre Anzahl. Ein einzelner Stichtagswert ergibt keinen Durchschnitt. Ergebnis: ein Durchschnittsbestand in Euro.
Schritt 4: Umschlagshäufigkeit rechnen
Teilen Sie den Verbrauch der Periode durch den Durchschnittsbestand; beide Werte auf derselben Basis. Ergebnis: Umschläge je Periode.
Schritt 5: Lagerreichweite rechnen
Teilen Sie den Durchschnittsbestand durch den Tagesverbrauch (Verbrauch ÷ Tage der Periode) oder die Tage der Periode durch die Umschlagshäufigkeit. Ergebnis: die Reichweite in Tagen.
Schritt 6: Gegenprobe mit dem Stichtag
Rechnen Sie zusätzlich die Stichtagsreichweite aus dem aktuellen Bestand und dem geplanten Tagesbedarf. Die beiden Reichweiten können voneinander abweichen, wenn der aktuelle Bestand vom Durchschnitt der Periode oder der geplante Tagesbedarf vom durchschnittlichen Verbrauch der Periode abweicht. Beide Reichweiten sind ein Quotient; verschieben sich Bestand und Tagesbedarf im gleichen Verhältnis, bleibt die Reichweite gleich (100 ÷ 10 = 200 ÷ 20 = 10 Tage). Ein Saisonverlauf, ein Bestandsaufbau oder ein Bestandsabbau können solche Verschiebungen erzeugen, belegen die Ursache aber nicht. Ergebnis: zwei Zahlen nebeneinander mit der Angabe, welche Werte in die Differenz eingehen.
Beispielrechnung: derselbe Bestand zu Einstands- und zu Verkaufspreisen
Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen: Handelsbetrieb, Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2026, 360 Rechnungstage, alle Beträge ohne Umsatzsteuer. Der Nettoumsatz beträgt 1.000.000 Euro, die Wareneinsatzquote 75 Prozent, der Wareneinsatz damit 750.000 Euro; der Kalkulationsfaktor ist 1 ÷ 0,75 = 1,3333.
| Monat | Bestand zu Anschaffungskosten am Monatsende in Euro |
|---|---|
| Januar | 60.000 |
| Februar | 60.000 |
| März | 80.000 |
| April | 100.000 |
| Mai | 120.000 |
| Juni | 140.000 |
| Juli | 160.000 |
| August | 150.000 |
| September | 130.000 |
| Oktober | 110.000 |
| November | 90.000 |
| Dezember | 60.000 |
| Summe (12 Werte) | 1.260.000 |
| Durchschnitt | 105.000 |
Die Summe der zwölf Monatsendbestände ergibt 1.260.000 Euro, geteilt durch 12 sind das 105.000 Euro. Zu Verkaufspreisen ist derselbe Bestand mit dem Kalkulationsfaktor zu bewerten: 105.000 ÷ 0,75 = 140.000 Euro. Diese Umrechnung unterstellt, dass derselbe Kalkulationsfaktor des Sortiments sowohl für die in der Periode verkaufte Ware als auch für den durchschnittlichen Bestand gilt.
Vier Rechnungen mit denselben Zahlen zeigen, wie die Basis das Ergebnis verschiebt:
| Rechnung | Zähler in Euro | Nenner in Euro | Umschläge je Jahr | Reichweite in Tagen |
|---|---|---|---|---|
| zu Anschaffungskosten | 750.000 (Wareneinsatz) | 105.000 | 7,14 | 50,4 |
| zu Verkaufspreisen | 1.000.000 (Nettoumsatz) | 140.000 | 7,14 | 50,4 |
| gemischt: Nettoumsatz ÷ Bestand zu Anschaffungskosten | 1.000.000 | 105.000 | 9,52 | 37,8 |
| gemischt: Wareneinsatz ÷ Bestand zu Verkaufspreisen | 750.000 | 140.000 | 5,36 | 67,2 |
Beide zusammenpassenden Rechnungen ergeben 7,14 Umschläge und 50,4 Tage: 750.000 ÷ 105.000 = 7,14, und 360 ÷ 7,14 = 50,4. Die Reichweite lässt sich auch direkt rechnen: 750.000 ÷ 360 = 2.083,33 Euro Tageswareneinsatz, und 105.000 ÷ 2.083,33 = 50,4 Tage. Zu Verkaufspreisen sind es 1.000.000 ÷ 360 = 2.777,78 Euro Tagesumsatz und 140.000 ÷ 2.777,78 = 50,4 Tage.
Die gemischten Zeilen zeigen den Fehler. Nettoumsatz durch den Bestand zu Anschaffungskosten hebt die Kennzahl um den Kalkulationsfaktor auf 9,52 Umschläge und senkt die Reichweite auf 37,8 Tage; die Kennzahl liegt danach um den Faktor 1,3333 über dem tatsächlich gemessenen Wert. Umgekehrt ergibt der Wareneinsatz über den Bestand zu Verkaufspreisen 5,36 Umschläge und 67,2 Tage.
Dieselben Zahlen zeigen eine zweite Falle. Rechnen Sie den Durchschnitt nur aus den beiden Monatsendbeständen für Januar und Dezember (je 60.000 Euro), sind das 60.000 Euro und damit 750.000 ÷ 60.000 = 12,5 Umschläge und 360 ÷ 12,5 = 28,8 Tage. Die Juli-Spitze von 160.000 Euro fällt aus der Rechnung heraus, und die Reichweite erscheint um 21,6 Tage zu kurz.
Welcher Bestandswert in die Formel gehört
Die Rechnung ist länderneutral, der Wertansatz nicht. In Deutschland gehören Vorräte bilanzierender Kaufleute mit den Anschaffungskosten in den Bestandswert (§ 255 Abs. 1 HGB); abziehbare Vorsteuer zählt nicht dazu (§ 9b Abs. 1 EStG). § 255 HGB gilt in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2015 (Art. 75 Abs. 1 EGHGB).
Vier Größen verschieben den Nenner, ohne dass sich am Lager etwas ändert:
- eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert des Umlaufvermögens (§ 253 Abs. 4 HGB) senkt den Bestandswert und hebt die Umschlagshäufigkeit; entfallen die Gründe, ist der niedrigere Ansatz nicht beizubehalten (§ 253 Abs. 5 HGB)
- das Bewertungsverfahren für gleichartige Vorräte, FIFO oder LIFO (§ 256 Satz 1 HGB), ergibt bei gleichem Warenbestand verschiedene Kostenwerte
- die Frage, ob Ware unterwegs, Kommissions- und Sperrbestände im Bestandswert stehen
- ein Wechsel der Bezugsgröße zwischen den Perioden
Rechnerisch zeigt sich die Wirkung: Ein um 10 Prozent niedrigerer Bestandswert hebt die Kennzahl um rund 11 Prozent.
§ 253 und § 256 Satz 1 HGB gelten in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2009 (Art. 66 Abs. 3 EGHGB).
In Österreich sind Gegenstände des Umlaufvermögens, dazu gehört Handelsware, mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 207 UGB (§ 206 Abs. 1 und 2 UGB); die Definition der Anschaffungskosten steht in § 203 Abs. 2 UGB. § 203 und § 206 UGB gelten in der Fassung des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes 2014 (BGBl. I Nr. 22/2015) seit 20. Juli 2015, § 207 UGB in der Fassung des Anti-Gold-Plating-Gesetzes 2019 (BGBl. I Nr. 46/2019) seit 29. Mai 2019. In der Schweiz richtet sich der Wertansatz nach dem Obligationenrecht; welche Werte dort anzusetzen sind, steht unter Lagerbewertung nach OR. Für Deutschland führt Lagerbewertung nach HGB die Verfahren im Einzelnen aus. Diese Einzelheiten entscheidet die Buchhaltung, nicht die Kennzahl.
So prüfen Sie das Ergebnis
- Summenprobe: 60.000 + 60.000 + 80.000 + 100.000 + 120.000 + 140.000 + 160.000 + 150.000 + 130.000 + 110.000 + 90.000 + 60.000 = 1.260.000; 1.260.000 ÷ 12 = 105.000.
- Umschlagsprobe: 750.000 ÷ 105.000 = 7,14; 1.000.000 ÷ 140.000 = 7,14.
- Kehrwertprobe: 360 ÷ 7,14 = 50,4; 105.000 ÷ 2.083,33 = 50,4.
- Basisprobe: 105.000 ÷ 0,75 = 140.000; 750.000 ÷ 0,75 = 1.000.000; dieselbe Kennzahl ergeben beide Basen nur bei demselben Kalkulationsfaktor für verkaufte Ware und Bestand.
- Fehlerprobe: 1.000.000 ÷ 105.000 = 9,52; 9,52 ÷ 7,14 = 1,3333.
- Zeitraumprobe: Rechnen Sie eine zweite Periode gleicher Länge mit derselben Basis und derselben Tagezahl; erst wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, tragen Sie die Aussage weiter.
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Die Kennzahl springt von Monat zu Monat stark | Periodenlänge, Tagezahl oder Basis wechselt | gleiche Periodenlänge, gleiche Tagezahl, gleiche Basis und gleichen Abgrenzungstag beibehalten |
| Der Umschlag steigt, obwohl sich am Lager nichts geändert hat | eine Abschreibung hat den Bestandswert gesenkt | Bestandswert vor und nach der Abschreibung nebeneinander ausweisen |
| Die Reichweite liegt unter der Lieferzeit des Lieferanten | die Periodenreichweite allein belegt keine Fehlmenge; möglich ist ein für die Nachschubzeit zu kleiner Bestand | aktuellen Bestand, schon bestellte Zugänge und Wiederbeschaffungszeit in einem Bericht nebeneinander stellen |
| Zwei Berichte nennen verschiedene Umschläge | anderer Datenstand, andere Filter oder andere Basis | Datenstand, Filter und Basis beider Berichte notieren und angleichen |
| Die Kennzahl passt nicht zur Inventur | Buchbestand und gezählter Bestand weichen ab (Bestandsgenauigkeit messen) | die Differenz klären, bevor die Kennzahl in ein Ziel eingeht |
| Der Durchschnitt schwankt bei gleichem Lager | Durchschnitt aus zwei Stichtagen statt aus Monatswerten | Monatswerte ziehen und die Ausreisser prüfen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
- Wenn die Kennzahl als Ziel- oder Prämienvorgabe dienen soll: Sie reagiert auf Bewertung, Abschreibung und Periodenwahl. Verbinden Sie sie mit Servicegrad und Bestandsgenauigkeit.
- Wenn Warenwirtschaft und Buchhaltung verschiedene Bestandswerte nennen: Klären Sie zuerst Bewertungsverfahren, Basis und Stichtag. Beide Zahlen können richtig sein und dennoch verschiedene Größen messen.
- Wenn der Wertansatz geändert werden soll oder eine Abschreibung ansteht: Das entscheidet Ihre Steuerberatung, nicht die Kennzahl. Für Bestand, Lieferfähigkeit und Bestellmengen hilft Lagerkosten und Kapitalbindung weiter.