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Lagerumschlag und Reichweite berechnen: Formeln und Fallen

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Versionsunabhängige Methode für ERP- und Warenwirtschaftssysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Beispielzahlen erfunden, keine Produktbindung.

Kurz gesagt

Die Umschlagshäufigkeit ist Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, die Lagerreichweite der Bestand geteilt durch den Tagesverbrauch. Zähler und Nenner müssen auf derselben Basis stehen, beide zu Anschaffungskosten oder beide zu Verkaufspreisen, und für die verkaufte Ware und den durchschnittlichen Bestand muss derselbe Kalkulationsfaktor gelten; sonst verschiebt er das Ergebnis (gemischt im Beispiel 37,8 statt 50,4 Tage). Den Wertansatz begrenzen in Deutschland § 255 HGB, in Österreich § 206 UGB.

Das Wichtigste

  • Umschlagshäufigkeit = Verbrauch der Periode ÷ durchschnittlicher Lagerbestand; Zähler und Nenner brauchen dieselbe Periode.
  • Lagerreichweite = durchschnittlicher Bestand ÷ Tagesverbrauch, also die Tage der Periode geteilt durch die Umschlagshäufigkeit.
  • Wareneinsatz zu Anschaffungskosten und Nettoumsatz zu Verkaufspreisen ergeben dieselbe Kennzahl nur, wenn in jeder Rechnung Zähler und Nenner dieselbe Basis haben und für die verkaufte Ware und den durchschnittlichen Bestand derselbe Kalkulationsfaktor gilt.
  • Gemischt (Nettoumsatz ÷ Bestand zu Anschaffungskosten) hebt die Kennzahl im Beispiel von 7,14 auf 9,52 Umschläge.
  • Wertansatz zu Anschaffungskosten: Deutschland § 255 Abs. 1 HGB ohne abziehbare Vorsteuer, Österreich § 206 UGB.
  • Deutschland: eine Abschreibung auf den niedrigeren Wert (§ 253 Abs. 4 HGB) senkt den Bestandswert und hebt die Kennzahl.

Zwei Beträge aus Ihrem System entscheiden über die Kennzahl, und beide lassen sich auf zwei Arten ausweisen. Wer den Verbrauch und den Bestandswert auf verschiedene Basen stellt, erhält ein Ergebnis, das um den Kalkulationsfaktor danebenliegt.

Was Sie vorab brauchen

  • den Nettoumsatz und den Wareneinsatz der Periode, beide ohne Umsatzsteuer und auf denselben Zeitraum abgegrenzt
  • die Tage der Periode; das Beispiel rechnet mit 360 Rechnungstagen je Jahr
  • die Bestandswerte an mehreren Stichtagen der Periode, nicht nur am Anfang und am Ende
  • die Bewertungsbasis Ihres Systems (Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder Verkaufspreise) und das Bewertungsverfahren (FIFO, LIFO oder Durchschnitt)
  • eine Festlegung, welche Bestände mitzählen: Sperr-, Muster- und Kommissionsbestand, Ware unterwegs
  • die Wareneinsatzquote oder den Kalkulationsfaktor des Sortiments, wenn Sie beide Basen nebeneinander rechnen wollen

Diese sechs Angaben gehören auf ein Prüfblatt. Fehlt eine davon, ist die Kennzahl nicht nachprüfbar.

Was die beiden Kennzahlen aussagen

Die Umschlagshäufigkeit, auch Lagerumschlag oder Umschlagsgeschwindigkeit, ist die Zahl der Umschläge, die ein Lager in einer Periode schafft; sie setzt den Verbrauch der Periode ins Verhältnis zum durchschnittlichen Bestand. Die Lagerreichweite ist derselbe Sachverhalt in Tagen.

Beide Kennzahlen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz dieselbe Rechnung; sie brauchen dazu Verbrauch und Bestandswert aus Ihrem System. Im Working-Capital-Zusammenhang steht die Lagerreichweite neben der Forderungslaufzeit (Zahlungsziel und Forderungslaufzeit).

Die Reichweite hat zwei Lesarten, die Sie nicht vermischen dürfen. Die Periodenreichweite stellt den durchschnittlichen Bestand dem Tagesverbrauch der Periode gegenüber. Die Stichtagsreichweite stellt den aktuellen Bestand dem geplanten Tagesbedarf gegenüber; sie dient der nächsten Bestellung und kann von der Periodenreichweite abweichen.

Die Kennzahl misst Geschwindigkeit, nicht Wirtschaftlichkeit. Ein hoher Umschlag entsteht auch, wenn zu wenig Ware im Haus ist und Aufträge nicht bedient werden. Erst zusammen mit dem Servicegrad wird daraus eine Aussage über die Versorgung (Servicegrad und Lieferbereitschaft).

Der Formelkasten

Jede Formel braucht einen Zähler und einen Nenner auf derselben Basis und dieselbe Periode in beiden Größen.

Kennzahl Formel Einheit
Durchschnittsbestand Summe der Bestandswerte an den Stichtagen ÷ Anzahl der Stichtage Euro
Umschlagshäufigkeit zu Einstandspreisen Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Bestand zu Anschaffungskosten Umschläge je Periode
Umschlagshäufigkeit zu Verkaufspreisen Nettoumsatz ÷ durchschnittlicher Bestand zu Verkaufspreisen Umschläge je Periode
Periodenreichweite durchschnittlicher Bestand ÷ (Verbrauch der Periode ÷ Tage der Periode) Tage
Periodenreichweite aus dem Umschlag Tage der Periode ÷ Umschlagshäufigkeit Tage

In Worten lauten die beiden Grundformeln:

  • Umschlagshäufigkeit = Verbrauch der Periode ÷ durchschnittlicher Bestand der Periode
  • Lagerreichweite in Tagen = durchschnittlicher Bestand ÷ Tagesverbrauch

Verbrauch bedeutet zu Einstandspreisen den Wareneinsatz und zu Verkaufspreisen den Nettoumsatz. Die beiden Basen hängen über die Wareneinsatzquote zusammen: Wareneinsatz = Nettoumsatz × Wareneinsatzquote; der Kalkulationsfaktor ist der Kehrwert, im Beispiel 1 ÷ 0,75 = 1,3333. Beide zusammenpassenden Rechnungen ergeben nur dann dieselbe Kennzahl, wenn für die in der Periode verkaufte Ware und für den durchschnittlichen Bestand derselbe Kalkulationsfaktor gilt; weicht der Faktor für den Bestand davon ab, weichen auch die beiden Basen voneinander ab. Wer den Nettoumsatz durch den Bestand zu Anschaffungskosten teilt, rechnet deshalb nicht mehr dieselbe Kennzahl.

Die Formel steht in der geöffneten Lehrbuchquelle als Umschlagshäufigkeit des Vorrats: Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Bestand (Saylor Academy, Financial Accounting, Abschnitt 9.6). Dieselbe Quelle rechnet die Tage, die Ware im Lager liegt, aus dem durchschnittlichen Bestand und dem Tageswareneinsatz, lässt dafür 360 oder 365 Tage zu und erlaubt für den Durchschnitt Anfangs- und Endbestände, Monatswerte oder andere Werte. Für die Logistik nennt die VDI-Richtlinie 4400 Kennzahlen in drei Blättern: Blatt 1 „Logistikkennzahlen für die Beschaffung“ (Ausgabe Mai 2001), Blatt 2 „Logistikkennzahlen für die Produktion“ (Ausgabe Dezember 2004) und Blatt 3 „Logistikkennzahlen für die Distribution“ (Ausgabe Juli 2002). Eine VDI-Richtlinie hat nach der Auskunft des VDI grundsätzlich den Charakter einer Empfehlung, ihre Anwendung steht jedem frei. Verbindlich werden ihre Festlegungen, wenn ein Rechtsdokument sie ausdrücklich in Bezug nimmt; nach dieser Auskunft gilt das für Verweise in Gesetzen und Verordnungen ebenso wie für Verträge, und in einem Rechtsstreit orientiert sich ein Gericht erfahrungsgemäß am Stand der Technik.

Schritt für Schritt: Kennzahlen aus dem ERP rechnen

Schritt 1: Basis und Periode festlegen

Notieren Sie Periode, Tagezahl, Bewertungsbasis und für beide Größen die Quelle im System. Ergebnis: ein Prüfblatt mit Periode, Basis und Datenstand.

Schritt 2: Bestandswerte ziehen

Ziehen Sie den Bestandswert an den Stichtagen der Periode, etwa am Ende jedes Monats, dazu Anfang und Ende. Filtern Sie dieselben Lagerorte und dieselben Artikel wie im Verbrauch. Ergebnis: eine Spalte mit Bestandswerten in Euro auf einer Basis.

Schritt 3: Durchschnittsbestand rechnen

Summieren Sie die Bestandswerte und teilen Sie durch ihre Anzahl. Ein einzelner Stichtagswert ergibt keinen Durchschnitt. Ergebnis: ein Durchschnittsbestand in Euro.

Schritt 4: Umschlagshäufigkeit rechnen

Teilen Sie den Verbrauch der Periode durch den Durchschnittsbestand; beide Werte auf derselben Basis. Ergebnis: Umschläge je Periode.

Schritt 5: Lagerreichweite rechnen

Teilen Sie den Durchschnittsbestand durch den Tagesverbrauch (Verbrauch ÷ Tage der Periode) oder die Tage der Periode durch die Umschlagshäufigkeit. Ergebnis: die Reichweite in Tagen.

Schritt 6: Gegenprobe mit dem Stichtag

Rechnen Sie zusätzlich die Stichtagsreichweite aus dem aktuellen Bestand und dem geplanten Tagesbedarf. Die beiden Reichweiten können voneinander abweichen, wenn der aktuelle Bestand vom Durchschnitt der Periode oder der geplante Tagesbedarf vom durchschnittlichen Verbrauch der Periode abweicht. Beide Reichweiten sind ein Quotient; verschieben sich Bestand und Tagesbedarf im gleichen Verhältnis, bleibt die Reichweite gleich (100 ÷ 10 = 200 ÷ 20 = 10 Tage). Ein Saisonverlauf, ein Bestandsaufbau oder ein Bestandsabbau können solche Verschiebungen erzeugen, belegen die Ursache aber nicht. Ergebnis: zwei Zahlen nebeneinander mit der Angabe, welche Werte in die Differenz eingehen.

Beispielrechnung: derselbe Bestand zu Einstands- und zu Verkaufspreisen

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen: Handelsbetrieb, Periode 1. Januar bis 31. Dezember 2026, 360 Rechnungstage, alle Beträge ohne Umsatzsteuer. Der Nettoumsatz beträgt 1.000.000 Euro, die Wareneinsatzquote 75 Prozent, der Wareneinsatz damit 750.000 Euro; der Kalkulationsfaktor ist 1 ÷ 0,75 = 1,3333.

Monat Bestand zu Anschaffungskosten am Monatsende in Euro
Januar 60.000
Februar 60.000
März 80.000
April 100.000
Mai 120.000
Juni 140.000
Juli 160.000
August 150.000
September 130.000
Oktober 110.000
November 90.000
Dezember 60.000
Summe (12 Werte) 1.260.000
Durchschnitt 105.000

Die Summe der zwölf Monatsendbestände ergibt 1.260.000 Euro, geteilt durch 12 sind das 105.000 Euro. Zu Verkaufspreisen ist derselbe Bestand mit dem Kalkulationsfaktor zu bewerten: 105.000 ÷ 0,75 = 140.000 Euro. Diese Umrechnung unterstellt, dass derselbe Kalkulationsfaktor des Sortiments sowohl für die in der Periode verkaufte Ware als auch für den durchschnittlichen Bestand gilt.

Vier Rechnungen mit denselben Zahlen zeigen, wie die Basis das Ergebnis verschiebt:

Rechnung Zähler in Euro Nenner in Euro Umschläge je Jahr Reichweite in Tagen
zu Anschaffungskosten 750.000 (Wareneinsatz) 105.000 7,14 50,4
zu Verkaufspreisen 1.000.000 (Nettoumsatz) 140.000 7,14 50,4
gemischt: Nettoumsatz ÷ Bestand zu Anschaffungskosten 1.000.000 105.000 9,52 37,8
gemischt: Wareneinsatz ÷ Bestand zu Verkaufspreisen 750.000 140.000 5,36 67,2

Beide zusammenpassenden Rechnungen ergeben 7,14 Umschläge und 50,4 Tage: 750.000 ÷ 105.000 = 7,14, und 360 ÷ 7,14 = 50,4. Die Reichweite lässt sich auch direkt rechnen: 750.000 ÷ 360 = 2.083,33 Euro Tageswareneinsatz, und 105.000 ÷ 2.083,33 = 50,4 Tage. Zu Verkaufspreisen sind es 1.000.000 ÷ 360 = 2.777,78 Euro Tagesumsatz und 140.000 ÷ 2.777,78 = 50,4 Tage.

Die gemischten Zeilen zeigen den Fehler. Nettoumsatz durch den Bestand zu Anschaffungskosten hebt die Kennzahl um den Kalkulationsfaktor auf 9,52 Umschläge und senkt die Reichweite auf 37,8 Tage; die Kennzahl liegt danach um den Faktor 1,3333 über dem tatsächlich gemessenen Wert. Umgekehrt ergibt der Wareneinsatz über den Bestand zu Verkaufspreisen 5,36 Umschläge und 67,2 Tage.

Dieselben Zahlen zeigen eine zweite Falle. Rechnen Sie den Durchschnitt nur aus den beiden Monatsendbeständen für Januar und Dezember (je 60.000 Euro), sind das 60.000 Euro und damit 750.000 ÷ 60.000 = 12,5 Umschläge und 360 ÷ 12,5 = 28,8 Tage. Die Juli-Spitze von 160.000 Euro fällt aus der Rechnung heraus, und die Reichweite erscheint um 21,6 Tage zu kurz.

Welcher Bestandswert in die Formel gehört

Die Rechnung ist länderneutral, der Wertansatz nicht. In Deutschland gehören Vorräte bilanzierender Kaufleute mit den Anschaffungskosten in den Bestandswert (§ 255 Abs. 1 HGB); abziehbare Vorsteuer zählt nicht dazu (§ 9b Abs. 1 EStG). § 255 HGB gilt in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2015 (Art. 75 Abs. 1 EGHGB).

Vier Größen verschieben den Nenner, ohne dass sich am Lager etwas ändert:

  • eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert des Umlaufvermögens (§ 253 Abs. 4 HGB) senkt den Bestandswert und hebt die Umschlagshäufigkeit; entfallen die Gründe, ist der niedrigere Ansatz nicht beizubehalten (§ 253 Abs. 5 HGB)
  • das Bewertungsverfahren für gleichartige Vorräte, FIFO oder LIFO (§ 256 Satz 1 HGB), ergibt bei gleichem Warenbestand verschiedene Kostenwerte
  • die Frage, ob Ware unterwegs, Kommissions- und Sperrbestände im Bestandswert stehen
  • ein Wechsel der Bezugsgröße zwischen den Perioden

Rechnerisch zeigt sich die Wirkung: Ein um 10 Prozent niedrigerer Bestandswert hebt die Kennzahl um rund 11 Prozent.

§ 253 und § 256 Satz 1 HGB gelten in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2009 (Art. 66 Abs. 3 EGHGB).

In Österreich sind Gegenstände des Umlaufvermögens, dazu gehört Handelsware, mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 207 UGB (§ 206 Abs. 1 und 2 UGB); die Definition der Anschaffungskosten steht in § 203 Abs. 2 UGB. § 203 und § 206 UGB gelten in der Fassung des Rechnungslegungs-Änderungsgesetzes 2014 (BGBl. I Nr. 22/2015) seit 20. Juli 2015, § 207 UGB in der Fassung des Anti-Gold-Plating-Gesetzes 2019 (BGBl. I Nr. 46/2019) seit 29. Mai 2019. In der Schweiz richtet sich der Wertansatz nach dem Obligationenrecht; welche Werte dort anzusetzen sind, steht unter Lagerbewertung nach OR. Für Deutschland führt Lagerbewertung nach HGB die Verfahren im Einzelnen aus. Diese Einzelheiten entscheidet die Buchhaltung, nicht die Kennzahl.

So prüfen Sie das Ergebnis

  • Summenprobe: 60.000 + 60.000 + 80.000 + 100.000 + 120.000 + 140.000 + 160.000 + 150.000 + 130.000 + 110.000 + 90.000 + 60.000 = 1.260.000; 1.260.000 ÷ 12 = 105.000.
  • Umschlagsprobe: 750.000 ÷ 105.000 = 7,14; 1.000.000 ÷ 140.000 = 7,14.
  • Kehrwertprobe: 360 ÷ 7,14 = 50,4; 105.000 ÷ 2.083,33 = 50,4.
  • Basisprobe: 105.000 ÷ 0,75 = 140.000; 750.000 ÷ 0,75 = 1.000.000; dieselbe Kennzahl ergeben beide Basen nur bei demselben Kalkulationsfaktor für verkaufte Ware und Bestand.
  • Fehlerprobe: 1.000.000 ÷ 105.000 = 9,52; 9,52 ÷ 7,14 = 1,3333.
  • Zeitraumprobe: Rechnen Sie eine zweite Periode gleicher Länge mit derselben Basis und derselben Tagezahl; erst wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, tragen Sie die Aussage weiter.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Mögliche Ursache Abhilfe
Die Kennzahl springt von Monat zu Monat stark Periodenlänge, Tagezahl oder Basis wechselt gleiche Periodenlänge, gleiche Tagezahl, gleiche Basis und gleichen Abgrenzungstag beibehalten
Der Umschlag steigt, obwohl sich am Lager nichts geändert hat eine Abschreibung hat den Bestandswert gesenkt Bestandswert vor und nach der Abschreibung nebeneinander ausweisen
Die Reichweite liegt unter der Lieferzeit des Lieferanten die Periodenreichweite allein belegt keine Fehlmenge; möglich ist ein für die Nachschubzeit zu kleiner Bestand aktuellen Bestand, schon bestellte Zugänge und Wiederbeschaffungszeit in einem Bericht nebeneinander stellen
Zwei Berichte nennen verschiedene Umschläge anderer Datenstand, andere Filter oder andere Basis Datenstand, Filter und Basis beider Berichte notieren und angleichen
Die Kennzahl passt nicht zur Inventur Buchbestand und gezählter Bestand weichen ab (Bestandsgenauigkeit messen) die Differenz klären, bevor die Kennzahl in ein Ziel eingeht
Der Durchschnitt schwankt bei gleichem Lager Durchschnitt aus zwei Stichtagen statt aus Monatswerten Monatswerte ziehen und die Ausreisser prüfen

Wann Sie Hilfe holen sollten

  • Wenn die Kennzahl als Ziel- oder Prämienvorgabe dienen soll: Sie reagiert auf Bewertung, Abschreibung und Periodenwahl. Verbinden Sie sie mit Servicegrad und Bestandsgenauigkeit.
  • Wenn Warenwirtschaft und Buchhaltung verschiedene Bestandswerte nennen: Klären Sie zuerst Bewertungsverfahren, Basis und Stichtag. Beide Zahlen können richtig sein und dennoch verschiedene Größen messen.
  • Wenn der Wertansatz geändert werden soll oder eine Abschreibung ansteht: Das entscheidet Ihre Steuerberatung, nicht die Kennzahl. Für Bestand, Lieferfähigkeit und Bestellmengen hilft Lagerkosten und Kapitalbindung weiter.

Häufige Fragen

Rechne ich mit 360 oder mit 365 Tagen?

Mit beiden. Die geöffnete Lehrbuchquelle teilt den Wareneinsatz für den Tageswert durch 365 und nennt 360 Tage als Vereinfachung. Entscheidend ist, dass Tagezahl und Periode in beiden Größen dieselben sind und dass Sie die einmal gewählte Basis beibehalten; sonst wird der Vergleich zweier Jahre um rund 1,4 Prozent verschoben.

Zählt der Sicherheitsbestand in den durchschnittlichen Bestand?

Ja, er liegt physisch im Lager und steht im Bestandswert. Rechnen Sie ihn mit, wenn Sie die Kapitalbindung des Lagers abbilden wollen. Wollen Sie dagegen den Umschlag des disponierten Teils sehen, weisen Sie den Sicherheitsbestand gesondert aus und nennen beide Zahlen nebeneinander. Die Festlegung muss in jeder Periode dieselbe sein.

Was mache ich mit Ware, die nicht verkäuflich ist?

Sperrbestand, Muster und Ausschuss senken die Umschlagshäufigkeit, soweit sie mit einem positiven Wert in den Bestandswert eingehen, obwohl sie in der Periode keinen Umsatz tragen; wertloser Ausschuss ist nach § 253 Abs. 4 HGB auf den niedrigeren Wert abzuschreiben und geht dann nicht mehr mit positivem Wert ein. Legen Sie vor der Auswertung fest, ob diese Bestände mitzählen. Wenn Sie sie ausschließen, muss der Filter in jeder Periode derselbe sein, sonst ist der Vergleich wertlos.

Kann ich die Reichweite aus dem heutigen Bestand rechnen?

Ja, als Stichtagsreichweite: aktueller Bestand geteilt durch den geplanten Tagesbedarf. Sie beantwortet die Frage der nächsten Bestellung. Sie kann von der Periodenreichweite abweichen. Beide Reichweiten sind ein Quotient, deshalb entsteht eine Differenz nur, wenn sich der Quotient verschiebt: wenn der aktuelle Bestand gegenüber dem Durchschnitt der Periode oder der geplante Tagesbedarf gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch der Periode abweicht und sich die beiden Verschiebungen nicht aufheben, etwa bei einem Saisonverlauf, einem Bestandsaufbau oder einem Bestandsabbau. Die Abweichung belegt die Ursache nicht. Nennen Sie bei jeder Zahl, welche der beiden Reichweiten Sie meinen und welche Werte in sie eingehen.

Quellen

  1. Financial Accounting, Abschnitt 9.6 Analyzing Reported Inventory Figures (Umschlagshäufigkeit des Vorrats, gehaltene Tage, 360 oder 365 Tage als Basis)Saylor Academy (offenes Lehrbuch) · abgerufen am
  2. Handelsgesetzbuch (HGB), § 255 Bewertungsmaßstäbe (Abs. 1 Anschaffungskosten, Nebenkosten, Anschaffungspreisminderungen)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  3. Handelsgesetzbuch (HGB), § 253 Zugangs- und Folgebewertung (Abs. 4 Abschreibung des Umlaufvermögens auf den niedrigeren Wert, Abs. 5 Wertaufholung)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  4. Handelsgesetzbuch (HGB), § 256 Bewertungsvereinfachungsverfahren (Verbrauchsfolge FIFO und LIFO für gleichartige Gegenstände des Vorratsvermögens)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  5. Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB), Art. 75 Abs. 1 (§ 255 HGB in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2015)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
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  7. Unternehmensgesetzbuch (UGB), § 203 Bewertungsmaßstäbe (Abs. 2 Anschaffungskosten), Fassung vom 14. Oktober 2026, in Kraft seit 20. Juli 2015Bundeskanzleramt der Republik Österreich, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) · abgerufen am
  8. Unternehmensgesetzbuch (UGB), § 206 Wertansätze für Gegenstände des Umlaufvermögens (Abs. 1 Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen; Abs. 2 Verweis auf § 203 Abs. 2 bis 4), Fassung vom 14. Oktober 2026, in Kraft seit 20. Juli 2015Bundeskanzleramt der Republik Österreich, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) · abgerufen am
  9. Unternehmensgesetzbuch (UGB), § 207 Abschreibungen auf Gegenstände des Umlaufvermögens (Ansatz zum niedrigeren Börsenkurs, Marktpreis oder beizulegenden Wert), Fassung vom 14. Oktober 2026, in Kraft seit 29. Mai 2019Bundeskanzleramt der Republik Österreich, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) · abgerufen am
  10. Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB), Art. 66 Abs. 3 (§§ 253 bis 255, § 256 Satz 1 HGB in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes vom 25. Mai 2009, erstmals anzuwenden auf Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2009)Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  11. VDI-Richtlinien: FAQ zur rechtlichen Bedeutung (Empfehlungscharakter und freie Anwendung, höhere Verbindlichkeit durch Verweise in Rechtsdokumenten und Verträgen, Orientierung am Stand der Technik im Rechtsstreit)Verein Deutscher Ingenieure (VDI) · abgerufen am
  12. VDI 4400 Blatt 1 Logistikkennzahlen für die Beschaffung, Erscheinungsdatum Mai 2001Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Richtlinienkatalog · abgerufen am
  13. VDI 4400 Blatt 2 Logistikkennzahlen für die Produktion, Erscheinungsdatum Dezember 2004Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Richtlinienkatalog · abgerufen am
  14. VDI 4400 Blatt 3 Logistikkennzahlen für die Distribution, Erscheinungsdatum Juli 2002Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Richtlinienkatalog · abgerufen am