Produktdaten vom ERP in den Shop: Varianten, Attribute, Bilder
Kurz gesagt
Das ERP führt Kennungen, Preis, Steuerschlüssel und Bestand; der Shop ergänzt URL, Kategorie, Marketingtext und SEO-Felder, die der Import nicht überschreibt. Varianten übergeben Sie als Elternprodukt mit einer Kindzeile je Merkmalskombination. Für Produkte im Anwendungsbereich der GPSR muss das Fernabsatz-Angebot auf dem Unionsmarkt, also in Deutschland und Österreich, seit 13. Dezember 2024 Name, Postanschrift und elektronische Adresse des Herstellers, die Produktidentifikation mit Abbildung und die vorgeschriebenen Warnhinweise nennen; sitzt der Hersteller außerhalb der Union, kommen dieselben Angaben zur verantwortlichen Person hinzu (Art. 19).
Das Wichtigste
- Jedes Feld hat eine schreibende Seite; der Import ändert nur die Felder, die das ERP liefert (redaktionelle Empfehlung).
- Ein leeres Feld im Export löscht im Shop nichts; einen Wert entfernt nur ein ausdrückliches Löschkennzeichen.
- Nach GS1 erhält ein neues Produkt eine eigene GTIN, etwa eine getrennt gehandelte Größe oder Farbe; Varianten ohne GTIN-Wechsel kennzeichnet der Standard mit dem internen Produktvarianten-Code (AI 20) oder dem Verbrauchervarianten-Code (AI 22) (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.1; General Specifications, Abschnitte 3.5.1 und 3.5.3).
- Ein virtuelles Bündel, das nur im Angebot entsteht, braucht keine eigene GTIN; jeder enthaltene Artikel braucht eine (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.7.2).
- Web-Bilder für den Shop benennt der GS1 Product Image Standard mit der GTIN im Dateinamen; die Kantenlänge liegt zwischen 900 und 2400 Pixeln (Abschnitte 3.1 und 3.3.2).
- In Deutschland und Österreich muss das Fernabsatz-Angebot für Produkte im Anwendungsbereich der GPSR Name, Postanschrift und elektronische Adresse des Herstellers, die Produktidentifikation mit Abbildung und die vorgeschriebenen Warnhinweise enthalten; sitzt der Hersteller außerhalb der Union, dieselben Angaben zur verantwortlichen Person (Art. 19, ab 13. Dezember 2024).
Ein Produktimport ist keine Kopie des Artikelstamms, sondern ein Feldvertrag: jede Zeile braucht einen Schlüssel, jedes Feld eine schreibende Seite. Diese Anleitung baut die Zuordnung vom Zielschema bis zur Prüfung nach dem Lauf auf.
Was Sie vorab brauchen
- die Feldliste der Shop-Importvorlage mit Pflichtfeld, Datentyp und Wertebereich
- den Export des Artikelstamms mit einer Zeile je verkaufsfähiger Einheit, mit Merkmalen und Werten
- die GTIN je verkaufsfähiger Einheit, soweit vergeben
- die Bilddateien mit der Regel, wie der Dateiname die GTIN trägt
- die Zuordnung der Steuerschlüssel des ERP auf die Steuerklassen des Shops
- eine Sicherung der Shop-eigenen Felder vor dem ersten Lauf
- die Liste der Artikel, die es nur im Shop gibt (Gutschein, Versandartikel, virtuelles Bündel)
Was das ERP liefert und was der Shop ergänzt
Für jedes Feld brauchen Sie genau eine schreibende Seite. Das ERP trägt Artikelnummer, Verkaufspreis, Steuerschlüssel, Einheit, Bestand und Herstellerangaben; diese Werte hängen an Warenbewegung, Rechnung und Meldepflichten. Der Shop trägt, was er erzeugt oder für den Kanal pflegt: Produkt-ID, URL-Pfad, Kategorie, Marketingtext, Aktionspreis, SEO-Felder, Bewertungen und die Bildreihenfolge. Ob Texte und Bilder im ERP oder in einem Produktinformationssystem (PIM) geführt werden, entscheidet die Feldabdeckung; die Zuordnung beschreibt Artikel- und Stammdatenführung und das führende System für Stammdaten.
Schritt für Schritt: den Produktimport aufbauen
Schritt 1: Zielschema und Zuordnung anlegen
Legen Sie eine Feldliste des Shops an: Feldname, Pflicht oder optional, Datentyp, Länge und Wertebereich. Notieren Sie die abgeleiteten Felder, etwa einen „ab“-Preis am Elternprodukt. Tragen Sie daneben je ERP-Feld das Shop-Feld und die Regel ein: übernehmen, nur bei der Anlage schreiben oder nie überschreiben, auch für Felder, die das ERP nicht liefert. Ergebnis: die Vorlage unten.
Schritt 2: Schlüssel je Zeile festlegen
Ordnen Sie jede Importzeile über die Artikelnummer der verkaufsfähigen Einheit zu und halten Sie diese Nummer stabil. Die GTIN führen Sie als zweiten Wert daneben und verwerfen keine Zeile, wenn sie fehlt: GS1 vergibt GTINs für Handelsstücke, die bepreist, bestellt oder berechnet werden (General Specifications, Abschnitt 4.2.2), und die Umsetzung der Standards ist freiwillig, soweit keine Regelung sie verlangt (Abschnitt 8.1).
Schritt 3: Varianten als Eltern- und Kindzeilen übergeben
Bilden Sie den Grundartikel als Elternprodukt und jede bestellbare Kombination als Kindzeile. Die Kindzeile trägt eigene Artikelnummer, Preis und Bild; eine eigene GTIN trägt sie, wenn sie ein neues Produkt im Sinne der GS1-Regeln ist (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.1). Ergebnis: ein Elternprodukt mit einer Zeile je Kombination.
Schritt 4: Attribute als Codes übergeben
Übergeben Sie Steuerschlüssel, Einheit und Merkmalswerte als Codes aus der gepflegten Werteliste, nicht als freien Text. Ein Steuersatz als Zahl bricht, sobald sich der Satz ändert; ein Schlüssel bleibt gültig. Auch Merkmalswerte brauchen einen Code: „Blau“, „blau“ und „BL“ sind für den Shop drei Werte.
Schritt 5: Bilder benennen, Testlauf fahren, dann produktiv
Benennen Sie Bilddateien mit der GTIN in den ersten 14 Stellen (GS1 Product Image Standard, Abschnitt 3.3.2) und ordnen Sie sie der Kindzeile zu; für das Web sind 900 bis 2400 Pixel Kantenlänge als Freisteller auf Weiß vorgesehen (Abschnitte 3.1 und 3.2). Fahren Sie den ersten Lauf im Testkanal mit rund 20 Artikeln, darunter ein Artikel mit Varianten, ein Set und ein Artikel ohne GTIN, und zählen Sie Zeilen und Bilder.
Die Zuordnungsvorlage: Feld für Feld
Die Zuordnungsvorlage verbindet das Feld im Artikelstamm mit dem Feld im Shop und der Regel für den Import. Die Regeln sind eine redaktionelle Empfehlung; Feldnamen und Pflichtfelder unterscheiden sich je System. Die Zeile „nur bei der Anlage“ entscheidet etwa, ob ein ERP-Produktname jede Umbenennung im Shop überschreibt.
| Feld im ERP-Artikel | Feld im Shop | Übergaberegel |
|---|---|---|
| Artikelnummer der verkaufsfähigen Einheit | SKU der Kindzeile | Schlüssel; einmal vergeben, nicht neu belegen |
| Artikelnummer des Grundartikels | Elternprodukt | nur Verknüpfung, keine eigene Bestandszeile |
| GTIN | Barcode- oder GTIN-Feld | übernehmen, wenn vergeben; nicht aus der Artikelnummer berechnen |
| Merkmal und Merkmalswert | Variantenachse und Optionswert | übernehmen; Werte nur aus der gepflegten Werteliste |
| Kurzbezeichnung | Produktname | bei der Anlage schreiben, danach nicht mehr überschreiben |
| Langtext oder Marketingtext | Beschreibung | nur, wenn das ERP dieses Feld führt |
| Verkaufspreis | Basis- oder Listenpreis | übernehmen; Aktionspreise bleiben im Shop |
| Steuerschlüssel | Steuerklasse | über eine Zuordnungstabelle der Codes, nicht über den Satz |
| Mengeneinheit, Grundpreisbasis | Einheit, Grundpreisbasis | übernehmen |
| Gewicht und Maße | Versandangaben | übernehmen |
| verfügbare Menge | Verfügbarkeit | als Zwischenstand übernehmen; Shop-Reservierungen nicht zurückschreiben |
| Hersteller mit Postanschrift und elektronischer Adresse | Herstellerangaben im Angebot | übernehmen; im Anwendungsbereich der GPSR Pflichtangabe im Unionsmarkt |
| verantwortliche Person mit Postanschrift und elektronischer Adresse | Kontaktfeld im Angebot | übernehmen, wenn der Hersteller außerhalb der Union sitzt; dann Pflichtangabe im Unionsmarkt |
| vorgeschriebene Sicherheits- und Warnhinweise | Sicherheitsangaben | übernehmen; fehlen sie im Artikelstamm, beschaffen Sie sie (Art. 19 Buchst. d GPSR) |
| Bilddatei mit GTIN im Namen | Produktbild der Kindzeile | nur ergänzen; Reihenfolge und Alt-Text bleiben im Shop |
| kein ERP-Feld | URL-Pfad, Kategorie, SEO-Felder, Bewertungen, Veröffentlichungsstatus | schreibt der Import nie |
Varianten als Eltern und Kind
Eine Zeile je verkaufsfähiger Einheit im ERP, zwei Ebenen im Shop. Die Beispielzeilen sind erfunden; die GTINs beginnen mit 952, dem Präfix für Beispiele und Demonstrationen (General Specifications, Tabelle 1-4).
| Ebene im Shop | Kennung | Merkmale | GTIN | Preis in Euro (erfunden) |
|---|---|---|---|---|
| Elternprodukt T-Shirt Basic | 4012-018 | ohne | ohne | ohne |
| Kind: T-Shirt Basic, M, Blau | 4012-018-M-BL | Größe M, Farbe Blau | 9521000012349 | 24,90 |
| Kind: T-Shirt Basic, L, Blau | 4012-018-L-BL | Größe L, Farbe Blau | 9521234567899 | 24,90 |
| Kind: T-Shirt Basic, M, Rot | 4012-018-M-RT | Größe M, Farbe Rot | 9520000000011 | 26,90 |
| Set aus M und L, Blau (fest verbunden) | SET-4012-018-BL | Set | 9520000000028 | 46,90 |
Drei Regeln gehören dazu. Das Elternprodukt trägt keinen eigenen Bestand und keinen eigenen Preis; prüfen Sie, ob Ihr Shopsystem dort den günstigsten Kindpreis als „ab“-Preis berechnet. Ein fest verbundenes Set ist ein neues Handelsstück mit eigener GTIN, jede geänderte Zusammensetzung ein weiteres (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.9); ein Bündel, das nur im Angebot entsteht, braucht keine eigene GTIN, seine Artikel brauchen je eine (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.7.2). Für Unterschiede ohne eigene GTIN kennt GS1 zwei Zusatzkennzeichen: den internen Produktvarianten-Code (AI 20) für den Markeninhaber und von ihm Beauftragte und die Verbrauchervariante (AI 22), wenn die Änderung den Handelspartnern mitgeteilt werden muss, um Verbraucher zu unterstützen (Abschnitte 3.5.1 und 3.5.3).
Diese Felder überschreibt der Import nie
- die vom Shopsystem vergebene Produkt- und Varianten-ID; sie trägt Verweise im Shop
- der URL-Pfad (Slug) eines Produkts; er ist verlinkt und darf sich nicht mit jedem Lauf ändern
- Kategorie und Navigation; sie folgen dem Sortiment, nicht dem Artikelstamm
- SEO-Titel und Meta-Beschreibung
- Kanalpreis und Aktion; der Basispreis bleibt im getrennten Feld
- Bildreihenfolge, Alt-Texte und die Nutzungsrechte am Bild; der Standard nennt als Grenze die Verwendung in Ländern, für die das Produkt nicht bestimmt ist (Product Image Standard, Abschnitt 1.7)
- Veröffentlichungsstatus je Produkt
- Kundenbewertungen und -fragen
- Artikel, die nur im Shop existieren
Zwei Sperrregeln sichern die Liste: Ein leeres oder fehlendes Feld im Export ist kein Löschbefehl, und ein Lauf legt an und aktualisiert, statt den Katalog neu aufzubauen; sonst verschwinden die Zeilen, die das ERP nicht kennt.
So prüfen Sie das Ergebnis
- Zeilen zählen: Artikel, Elternprodukte, Kinder und Bilder im Shop gegen die Zeilen des Exports stellen.
- Schlüssel prüfen: jede Kindzeile hat eine Artikelnummer, keine Nummer kommt doppelt vor.
- Stichprobe prüfen: bei fünf Artikeln Name, Preis, Steuerklasse, GTIN und Bilderzahl mit dem Artikelstamm vergleichen.
- Shop-eigene Felder prüfen: URL, SEO-Titel, Kategorie, Aktionspreis und Alt-Texte gegen die Sicherung vor dem Lauf.
- Artikel ohne GTIN prüfen: Die Zeile muss angelegt worden sein.
- Pflichtangaben prüfen: Für Produkte im Anwendungsbereich der GPSR stehen Herstellerangaben, bei einem Hersteller außerhalb der Union die Angaben zur verantwortlichen Person, und die vorgeschriebenen Warnhinweise im Angebot (Art. 19).
Wenn etwas nicht klappt
| Symptom | Ursache | Vorgehen |
|---|---|---|
| Varianten erscheinen als Einzelprodukte ohne Elternzeile | Der Export enthält keine Elternzeile | Elternzeile aus der Grundartikelnummer erzeugen und Kinder nur verknüpfen |
| Ein Shop-Artikel ist verschwunden | Der Lauf hat Zeilen ohne ERP-Bezug entfernt | Modus anlegen und aktualisieren wählen, Shop-Artikel kennzeichnen |
| Der Preis steht als 24,9 statt 24,90 | Feldtyp der Importvorlage | Preis als Dezimalzahl mit zwei Nachkommastellen oder als Text führen, siehe Zahlenformate beim Import |
| Bilder fehlen an der Kindzeile | Bild war dem Elternprodukt zugeordnet | Bild über die Kennung der Kindzeile zuordnen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
- Die Importvorlage des Shops ändert sich oder Pflichtfelder sind nicht dokumentiert; dann klären Sie, welche Felder der Kanal verlangt.
- Herstellerangaben oder vorgeschriebene Sicherheitshinweise fehlen im Artikelstamm; die Pflichtangaben im Fernabsatz-Angebot beschreibt GPSR-Pflichtangaben im ERP.
- Kanäle, Sprachen und Artikel wachsen über die Feldabdeckung des ERP hinaus; dann prüfen Sie, ob ein PIM dazwischen gehört, und ob Grundpreis und Preisgeschichte im ERP abbildbar sind (Grundpreis und Streichpreis im ERP).
Nach dem ersten produktiven Lauf gehört die Zuordnung in eine Datenverantwortung für den Artikelstamm. Weiter geht es mit dem Bestellstatus im ERP und mit Schnittstellenfehlern, die ein Importlauf meldet.