DE · AT · CHAnleitung

Artikelnummer, SKU und GTIN: Zuordnung über Verkaufskanäle

Aktualisiert:

Gilt für: Versionunabhängig; gilt für ERP-Artikelstammdaten, die an Marktplätze, Shops oder Portale angebunden sind, im DACH-Raum.

Kurz gesagt

Ordnen Sie jede Kennung einem eigenen Feld zu: interne Artikelnummer, GTIN, Variantenschlüssel und je Kanal eine eigene SKU. Jede Merkmalskombination und jedes physisch verbundene Set erhält nach dem GS1-Standard eine eigene GTIN. Die Zuordnungstabelle verbindet beide Richtungen: von der Bestellung zum Artikel und vom Artikel zum Angebot.

Das Wichtigste

  • Interne Artikelnummer, GTIN und Kanal-SKU gehören in getrennte Felder; keine Nummer ersetzt die andere (redaktionelle Empfehlung).
  • Nach dem GS1-Standard ist jede Größen- und Farbkombination ein eigenes Produkt mit eigener GTIN.
  • Ein physisch verbundenes Set bekommt nach dem GS1-Standard eine eigene GTIN; die Einzelartikel behalten ihre.
  • Eine einmal vergebene GTIN wird nach dem GS1-Standard nicht für ein anderes Produkt wiederverwendet; die Non-Reuse-Regel gilt seit 1. Januar 2019 und lässt nur die im Standard genannten Ausnahmen zu (General Specifications, Abschnitt 4.2.5).
  • GS1-Standards sind freiwillig, soweit keine Regelung sie verlangt (General Specifications, Abschnitt 8.1).
  • Welche Kennungen ein Angebot führt, steht in der Richtlinie des Kanals; prüfen Sie sie je Kanal.

Ein Artikel trägt im ERP eine Nummer, im Shop eine zweite und im Angebot eines Marktplatzes eine dritte, wenn der Kanal eine eigene Kennung führt. Weil die Nummern verschiedene Aufgaben haben, ersetzt keine die andere. Eine Zuordnungstabelle mit Artikelnummer, GTIN, Variantenschlüssel und Kanal-SKU hält beide Richtungen fest: von der Bestellung zum Artikel und vom Artikel zum Angebot.

Was Sie vorab brauchen

  • Ihre Verkaufskanäle und je Kanal die Kennungen, die im Angebot geführt werden: Angebots-ID, Kanal-SKU und GTIN-Feld.
  • Die interne Artikelnummer je Variante, nicht nur je Grundartikel.
  • Die Merkmale, über die Sie Varianten unterscheiden, mit ihren Werten, etwa Größe, Farbe, Ausführung und Füllmenge.
  • Die GTIN je Artikel und je Verpackungsstufe mit ihrer Herkunft: eigener GS1-Präfix, Angabe des Herstellers oder Angabe des Lieferanten.
  • Ein eigenes Feld für die GTIN im Artikelstamm, das die Artikelnummer nicht überschreibt.
  • Ein Auszug aller Angebote aus jedem Kanal, damit Sie in beide Richtungen abgleichen können.

Die GTIN bilden Sie nicht aus einer frei gewählten Zahlenfolge. Ihre GS1-Mitgliedsorganisation vergibt eine Basisnummer (GS1 Company Prefix), aus der die Nummern entstehen (GS1 General Specifications, Abschnitte 1.2.3.3 und 1.5.1). In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein läuft das nach der Angabe von GS1 Switzerland ausschließlich über eine Mitgliedschaft bei GS1 Switzerland. Die ersten Stellen weisen auf die Vergabestelle hin, nicht auf die Herkunft der Ware; GS1 Austria nennt für sich die Bereiche 900 bis 919 und für GS1 Germany 400 bis 440 (Fragen und Antworten auf gs1.at).

Welche Kennung wofür zählt

Eine SKU (Stock Keeping Unit) ist die Kennung, unter der ein Verkaufskanal eine verkaufsfähige Einheit führt. Welches System welche Stammdaten führt, klärt führendes System für Stammdaten. Die Übersicht ordnet die Kennungen ein, die in einer Bestellung und in einem Angebotsexport auftreten.

Kennung Wo sie entsteht Wofür sie gilt
Interne Artikelnummer in Ihrem ERP Bestellung, Lager, Buchhaltung, interne Schnittstellen
GTIN im GS1-System, aus Ihrer Basisnummer Identifikation des Artikels im offenen Handel, Preis, Bestellung, Rechnung, Katalog
Variantenschlüssel im Artikelstamm, als Merkmalskombination Unterscheidung von Größe, Farbe und Ausführung innerhalb Ihrer Varianten
Kanal-SKU im Kanal oder in Ihrer Verkaufskanalverwaltung Zuordnung einer Bestellung oder Retoure des Kanals zu Ihrer Artikelzeile
Verpackungs-GTIN (GTIN-14) im GS1-System Karton- oder Paletteneinheit im Wareneingang und im Versand

Die GTIN trägt selbst keine Information über den Artikel. GS1 Austria formuliert es so, dass in der GTIN nichts verschlüsselt wird und sie der Zugangsschlüssel zu den Stammdaten in einer Datenbank ist. Der Standard rät davon ab, interne Codes in eine GTIN einzubauen, weil für ihre Änderung andere Regeln gelten als für Ihre internen Nummern (General Specifications, Abschnitt 4.2.1).

Die General Specifications sind ein Standard und keine Rechtsvorschrift. Der Standard selbst hält fest, dass die Umsetzung freiwillig ist, soweit keine Regelung sie verlangt (General Specifications, Abschnitt 8.1). Für ein Angebot in einem Kanal zählt deshalb zuerst, was der Kanal in seinen Angebots- oder Katalogrichtlinien führt: GS1 Germany schreibt auf seiner Marktplatzseite, dass Plattformen eine GTIN für Angebote verlangen und dass sich die Anforderungen je Plattform und Produktkategorie unterscheiden (Seite ohne Stand-Angabe, abgerufen am 14. Oktober 2026). Halten Sie je Kanal fest, welche Kennung dort Pflichtfeld ist.

Schritt für Schritt: die Zuordnung aufbauen

Schritt 1: Artikelnummer je Variante vergeben

Vergeben Sie die interne Nummer für jede verkaufsfähige Einheit, nicht nur für den Grundartikel, etwa 4012-018-M-BL für die Größe M in Blau. Ändern Sie eine Nummer nicht mehr, solange ein Angebot darauf verweist. Wie Sie die Merkmale als Matrix aufbauen, beschreibt Artikelvarianten anlegen. Ergebnis: eine Zeile je verkaufsfähiger Einheit im Artikelstamm.

Schritt 2: GTIN als Zeichenkette erfassen

Legen Sie die GTIN in einem Textfeld ab, bei einer GTIN-13 mit 13 Zeichen und mit führenden Nullen. Die GTIN gibt es in vier Längen: 8, 12, 13 oder 14 Stellen (GS1 Austria). Rechnen Sie jede übernommene Nummer nach, statt sie zu glauben; die Prüfziffer folgt einer festen Rechnung (General Specifications, Abschnitt 7.9.1; Rechenbeispiel im Prüfabschnitt). Bauen Sie keine eigene Bedeutung in die GTIN ein, und verwenden Sie eine einmal benutzte Nummer nicht für ein anderes Produkt: Die Non-Reuse-Regel gilt seit 1. Januar 2019 und lässt drei Ausnahmen zu (General Specifications, Abschnitt 4.2.5). Eine Nummer, die nie veröffentlicht wurde, dürfen Sie sofort wieder verwenden. Eine veröffentlichte Entwurfs- oder Vorabkennung (draft, preliminary, investigational) dürfen Sie wieder verwenden, wenn sie aus allen Katalogen gelöscht wurde, ohne zuvor als zurückgezogen oder eingestellt gekennzeichnet worden zu sein, seit der Löschung oder der letzten Weitergabe an einen Handelspartner zwölf Monate vergangen sind — maßgeblich ist der spätere dieser beiden Zeitpunkte — und die Handelspartner der Wiederverwendung zustimmen. Einen Artikel, der aus dem Markt genommen und unverändert wieder eingeführt wird, dürfen Sie unter der ursprünglichen GTIN führen. Ergebnis: eine geprüfte GTIN je Verkaufsvariante.

Schritt 3: Varianten und ihre Schlüssel festlegen

Jede Kombination aus Größe, Farbe und Ausführung gilt nach dem GS1-Standard als eigenes Produkt mit eigener GTIN; der GTIN Management Standard nennt dafür das Beispiel einer Jeanslinie, in der jede Kombination aus Stil, Farbe und Größe eine eigene Nummer erhält (Abschnitt 2.1). Ob eine Änderung eine neue GTIN verlangt, entscheidet die Regel zum jeweiligen Merkmal im GTIN Management Standard (Abschnitt 2). Als Vorfrage nennt der Standard drei Leitfragen: Erwarten Verbraucher oder Handelspartner, die geänderte oder neue Ware unterscheiden zu können? Gibt es eine Kennzeichnungs- oder Haftungspflicht? Wirkt sich die Änderung auf Versand, Lagerung oder Wareneingang aus? Mindestens eine dieser Fragen muss zutreffen, damit eine neue GTIN überhaupt in Betracht kommt (GTIN Management Standard, Abschnitt 1.1).

Neben der GTIN brauchen Sie einen Schlüssel für die Merkmalskombination. Für Varianten, die keine eigene GTIN auslösen, kennt GS1 zwei Zusatzkennzeichen: den Internal product variant (AI 20) für Varianten, die nur Sie und von Ihnen beauftragte Dritte betreffen, und die Consumer Product Variant (AI 22), wenn der Unterschied zwischen Handelspartnern und Verbrauchern kommuniziert werden muss; beide werden zusammen mit der GTIN verarbeitet (General Specifications, Abschnitte 3.5.1 und 3.5.3). Ergebnis: eine Zeile je Variante mit Merkmalskombination, GTIN und eigenem Schlüssel.

Schritt 4: Sets und Bündel getrennt führen

Ein Set aus fest zusammengestellten Artikeln, die physisch zu einem neuen Handelsstück verbunden sind, bekommt eine eigene GTIN; die Einzelartikel behalten ihre, und jede Änderung der Zusammensetzung gilt als neues Handelsstück (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.9; General Specifications, Abschnitt 2.1.1.7.1). Ein virtuelles Bündel, das nur im Angebot aus mehreren Artikeln zusammengestellt wird, braucht dagegen keine eigene GTIN; jeder enthaltene Artikel muss eine haben (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.7.2). Legen Sie das Set im ERP als eigene Zeile mit Stückliste an, damit Bestand und Kommissionierung zu den Komponenten passen. Ergebnis: eine Set-Zeile mit eigener Nummer und Verweisen auf die Komponenten.

Schritt 5: Kanal-SKU je Angebot vergeben

Bilden Sie die SKU aus einem Kanalpräfix und Ihrer Artikelnummer, etwa A-4012-018-M-BL, und tragen Sie sie in die Zeile ein. Vergeben Sie eine SKU nicht ein zweites Mal, auch nicht nach dem Auslaufen des Angebots; sonst zeigt eine spätere Retoure auf eine Zeile, die inzwischen einen anderen Artikel meint. Prüfen Sie vorher, ob der Kanal die Angebots-ID selbst vergibt; dann stehen beide Werte in der Zeile. Ergebnis: je Angebot eine Zeile, die auf genau eine Artikelzeile zeigt.

Schritt 6: Beide Richtungen abgleichen

Exportieren Sie die Angebote des Kanals und Ihre Artikelzeilen und vergleichen Sie sie: Jede Angebotszeile ohne interne Artikelnummer und jede Artikelzeile ohne SKU für diesen Kanal ist ein offener Punkt. Wiederholen Sie den Abgleich nach jeder Katalog- oder Angebotsänderung. Für das Dateiformat gilt CSV-Austausch mit dem ERP, verlorene Zuordnungen behandelt Schnittstellenfehler überwachen. Steht die Zuordnung, folgt der Abgleich mit der Abrechnung des Kanals; den beschreibt Marktplatz-Auszahlungen verbuchen. Ergebnis: eine Liste offener Zuordnungen, die leer sein soll.

Die Zuordnungstabelle

Die Beispielzeilen sind erfunden. Die GTINs beginnen mit 952, dem Bereich, den die General Specifications für Beispiele und Demonstrationen nennt (Tabelle 1-4).

Artikelzeile im ERP Interne Artikelnummer Variantenschlüssel GTIN SKU Kanal A SKU Kanal B
T-Shirt Basic, Größe M, Blau 4012-018-M-BL Größe M, Farbe Blau 9521000012349 A-4012-018-M-BL B-4012-018-M-BL
T-Shirt Basic, Größe L, Blau 4012-018-L-BL Größe L, Farbe Blau 9521234567899 A-4012-018-L-BL B-4012-018-L-BL
Set aus Größe M und L, Blau SET-4012-018-BL Set, ohne Merkmale 9520000000011 A-SET-4012-018-BL B-SET-4012-018-BL

Die Tabelle hat eine Zeile je verkaufsfähiger Einheit und je Kanal eine Spalte. Die Set-Zeile verweist über eine Stückliste auf die Komponentenzeilen. Führt ein Kanal keine eigene SKU, tragen Sie seine Angebots-ID ein und lassen die SKU-Spalte leer.

Regeln für Varianten, Sets und Verpackungsstufen

Die Übersicht fasst die Fälle aus dem GS1-Standard zusammen, die Ihre Zuordnung ändern; die Prüfung am einzelnen Artikel ersetzt sie nicht.

Fall Neue GTIN nach GS1 Was sich in Ihrer Tabelle ändert
Neues Produkt des Markeninhabers, das es am Markt noch nicht gibt Ja; ein neues Produkt erhält eine neue GTIN (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.1) neue Artikelzeile mit GTIN und je Kanal einer SKU
Bereits bestehendes Markenprodukt in Ihr Sortiment aufnehmen Keine neue GTIN: Das Produkt ist kein neues Produkt, Sie übernehmen die GTIN des Markeninhabers (GTIN Management Standard, Abschnitt 1.2; GS1 Germany, Marktplatzseite) Artikelzeile anlegen, GTIN des Markeninhabers erfassen und je Kanal eine SKU vergeben
Zusätzliche Größe oder Farbe Ja; jede Merkmalskombination gilt als eigenes Produkt (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.1) neue Zeile in der Merkmalsmatrix und neue GTIN
Deklarierte Füllmenge auf der Packung geändert, mehr oder weniger Ja; jede Änderung des gesetzlich vorgeschriebenen deklarierten Nettogehalts verlangt eine neue GTIN (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.3) neue GTIN; die alte Zeile bleibt als Verlauf
Rezeptur oder Funktion geändert Ja, wenn beide Bedingungen zutreffen: Die Änderung betrifft die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auf der Packung, und der Markeninhaber erwartet, dass Verbraucher oder Handelspartner den Unterschied erkennen (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.2) neue GTIN; die alte Zeile bleibt als Verlauf
Karton- oder Palettenmenge geändert Die Regel betrifft nur die höhere Verpackungsstufe; dort eine neue GTIN (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.8) neue Zeile für die Verpackungsstufe
Set mit fester Zusammensetzung, physisch verbunden Ja, eigene GTIN für das Set; die Einzelartikel behalten ihre (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.9) Set-Zeile mit Stückliste auf die Komponenten
Virtuelles Bündel im Angebot Keine GTIN für das Bündel; jeder enthaltene Artikel braucht seine GTIN (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.7.2) eine Angebotszeile, die auf mehrere Artikelzeilen verweist
Preis auf der Packung aufgedruckt und geändert Ja (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.10) neue GTIN und neue Angebotszeile
Artikel aus dem Markt genommen und unverändert wieder eingeführt Die ursprüngliche GTIN darf weiterverwendet werden (General Specifications, Abschnitt 4.2.5) alte Zeile wieder aktivieren, alte SKU nicht neu belegen

So prüfen Sie das Ergebnis

  1. Prüfziffer nachrechnen. Gewichten Sie die Stellen vor der Prüfziffer von rechts abwechselnd mit 3 und 1; bei den zwölf Stellen einer GTIN-13 ergibt das von links die Gewichte 1 und 3 im Wechsel. Rechenbeispiel: Die zwölf Stellen 9 5 2 1 2 3 4 5 6 7 8 9 ergeben gewichtet die Summe 121; das nächste Vielfache von zehn ist 130, die Prüfziffer damit 9, die vollständige Nummer lautet 9521234567899 (General Specifications, Abschnitt 7.9.1, Tabelle 7-8).
  2. Länge und Zeichen prüfen: 13 Zeichen bei einer GTIN-13, führende Nullen erhalten, keine Leerzeichen.
  3. Angebote gegen Artikel prüfen: keine Angebotszeile ohne interne Artikelnummer, keine doppelte SKU innerhalb eines Kanals.
  4. Artikel gegen Angebote prüfen: jede Zeile, die im Kanal stehen soll, hat dort eine SKU und eine GTIN.
  5. Varianten zählen: die Zahl der Merkmalskombinationen gegen die Zahl der GTIN-Zeilen stellen; beide Zahlen müssen übereinstimmen.
  6. Set und Komponenten prüfen: Stückliste vollständig, Bestand der Komponenten passend zur Set-Zeile.
  7. Verpackungsstufen prüfen: für Karton und Palette eine eigene GTIN, wenn Sie diese Einheiten im Wareneingang scannen.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Ursache Abhilfe
Eine Bestellung aus dem Kanal landet auf dem Sammelartikel Die SKU ist nicht je Variante eindeutig Variantenschlüssel in die SKU aufnehmen und je Variante eine Zeile anlegen
Sie haben für ein Markenprodukt eine eigene GTIN vergeben Das Produkt hat bereits eine GTIN des Markeninhabers die GTIN des Markeninhabers übernehmen und die eigene Nummer nur intern führen (GS1 Germany, Marktplatzseite)
Zwei Angebote tragen dieselbe GTIN, obwohl sich die Füllmenge unterscheidet Die Änderung der deklarierten Füllmenge wurde nicht als neue GTIN behandelt (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.3) neue GTIN vergeben, das alte Angebot auslaufen lassen, die alte Zeile als Verlauf behalten
Der Import liest die Nummer als 9,52123E+12 Das Feld war als Zahl formatiert GTIN als Text führen; Zahlenformate nach Excel-Export und -Import prüfen
Eine Retoure lässt sich keinem Artikel zuordnen Die alte SKU wurde neu belegt SKU nur einmal vergeben und nach dem Auslaufen ausschließlich archivieren
Das Set verkauft sich, die Komponenten fehlen im Lager Das Set ist ohne Stückliste angelegt Set mit Stückliste führen und über die Komponenten abbuchen
Der Kanal lehnt die Nummer ab Die Nummer stammt aus einem internen Bereich (Restricted Circulation Number) oder die Prüfziffer stimmt nicht Prüfziffer nachrechnen; Restricted Circulation Numbers sind für geschlossene Umgebungen bestimmt (General Specifications, Abschnitt 1.2.2.2.1)
Ein Kunde findet das Produkt nicht über den Barcode Im Angebot steht die GTIN der Karton- oder Paletteneinheit die GTIN der Endverbrauchereinheit im Angebot führen (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.6)

Wann Sie Hilfe holen sollten

  • Ihr ERP führt keinen eigenen Platz für die GTIN, oder Feldlänge und Suche passen nicht; dann ist die Anpassung eine Aufgabe für die Softwarebetreuung.
  • Der Kanal verlangt Katalogdaten mit eigenen Pflichtfeldern und Prüfregeln, und Importe werden abgelehnt.
  • Unklar bleibt, ob eine Änderung eine neue GTIN verlangt: GS1 Austria verweist dafür auf ein Entscheidungstool und auf die GTIN-Management-Seite von GS1.
  • Mehrere Gesellschaften, Marken oder Länder mit eigenen Basisnummern betroffen sind; die Übertragung einer Basisnummer bei Übernahme, Verschmelzung oder Spaltung ist im Standard geregelt (General Specifications, Abschnitt 1.5).

Häufige Fragen

Reicht die GTIN als Artikelnummer im ERP?

Für ein Angebot im offenen Handel ja; für die interne Verwaltung führen Sie daneben eine eigene Artikelnummer (redaktionelle Empfehlung). Nach dem GS1-Standard ist jede Variante, jedes physisch verbundene Set und jede Verpackungsstufe ein eigenes Handelsstück mit eigener GTIN (General Specifications, Abschnitt 2.1.1.6; GTIN Management Standard, Abschnitte 2.1 und 2.9). Eine GTIN wird für Handelsstücke vergeben, die bepreist, bestellt oder berechnet werden (General Specifications, Abschnitt 4.2.2), und der Standard rät davon ab, interne Codes in eine GTIN einzubauen, weil für ihre Änderung andere Regeln gelten als für Ihre internen Nummern (Abschnitt 4.2.1). Führen Sie deshalb eine Zeile je verkaufsfähiger Einheit mit eigener interner Nummer und daneben die GTIN.

Darf ich eine alte GTIN für einen neuen Artikel verwenden?

Nach dem GS1-Standard grundsätzlich nicht: Eine einmal vergebene Nummer wird nicht neu zugeteilt (Non-Reuse seit 1. Januar 2019). Der Standard nennt drei Ausnahmen (General Specifications, Abschnitt 4.2.5): Eine Nummer, die nie veröffentlicht wurde, dürfen Sie sofort wieder verwenden. Eine veröffentlichte Entwurfs- oder Vorabkennung (draft, preliminary, investigational) dürfen Sie wieder verwenden, wenn sie aus allen Katalogen gelöscht wurde, ohne zuvor als zurückgezogen oder eingestellt gekennzeichnet worden zu sein, seit der Löschung oder der letzten Weitergabe an einen Handelspartner zwölf Monate vergangen sind (maßgeblich ist der spätere dieser beiden Zeitpunkte) und die Handelspartner zustimmen. Einen Artikel, der aus dem Markt genommen und unverändert wieder eingeführt wird, dürfen Sie unter der ursprünglichen GTIN führen. Für GTINs, die vor dem 1. Januar 2019 zurückgezogen wurden, gelten nach dem Standard die früheren Regeln, die eine letzte Wiederverwendung zulassen (Abschnitt 4.16.1); GS1 empfiehlt dort, die Non-Reuse-Regel auch für sie anzuwenden. In Online-Kanälen bleiben einmal eingegebene Artikelnummern und Produktinformationen auch nach dem Auslaufen des Produkts erhalten; eine Neuvergabe wäre dort nicht mehr eindeutig (GS1 Austria, GTIN-Seite).

Braucht ein Set eine eigene GTIN?

Ja, wenn die Artikel physisch zu einem neuen Handelsstück verbunden sind: Das Set erhält eine eigene GTIN, die Einzelartikel behalten ihre, und jede geänderte Zusammensetzung ist ein neues Handelsstück (GTIN Management Standard, Abschnitt 2.9). Wird das Bündel nur im Angebot zusammengestellt, braucht es keine eigene GTIN; jeder enthaltene Artikel braucht seine.

Woher bekomme ich eine GTIN, wenn mein Lieferant keine nennt?

Über Ihre GS1-Mitgliedsorganisation, die eine Basisnummer vergibt (General Specifications, Abschnitt 1.2.3.3). In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein läuft das nach der Angabe von GS1 Switzerland ausschließlich über eine Mitgliedschaft. Restricted Circulation Numbers sind kein Ersatz für ein offenes Angebot: Sie sind für geschlossene Umgebungen bestimmt (General Specifications, Abschnitt 1.2.2.2.1).

Quellen

  1. GS1 General Specifications Standard, Release 26.0, Ratified Januar 2026 (Abschnitte 1.2.2.2.1, 1.2.3.3, 1.5, 2.1.1.6, 2.1.1.7, 3.5.1, 3.5.3, 4.2.1, 4.2.2, 4.2.5, 4.16.1, 7.9.1, 8.1; Tabellen 1-4 und 7-8)GS1 AISBL · abgerufen am
  2. GTIN Management Standard, Release 1.1, Ratified September 2023 (Abschnitte 1.1, 1.2, 2.1, 2.2, 2.3, 2.8, 2.9, 2.10)GS1 AISBL · abgerufen am
  3. GTIN – Global Trade Item Number zur Artikelidentifikation, einschließlich Fragen und Antworten (EAN, Prüfziffernberechnung, GTIN-13/-8/-12/-14, GTIN Non-Reuse)GS1 Austria · abgerufen am
  4. GS1 Standards: Identify – Standards zur Identifikation (GTIN, GS1 Basisnummer nur über eine Mitgliedschaft in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein)GS1 Switzerland · abgerufen am
  5. Verkaufen auf Marketplaces: GTIN (ehemals EAN) kaufen (Seite ohne Stand-Angabe)GS1 Germany · abgerufen am