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Stückliste (Aus welchen Teilen ein Erzeugnis besteht)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Eine Stückliste ist die vollständige Aufstellung aller Teile, Baugruppen und Rohstoffe, aus denen ein Erzeugnis besteht, jeweils mit der benötigten Menge. Sie ist die Grundlage für Beschaffung, Fertigung und Kalkulation. Die drei Grundarten — Mengenübersicht, Strukturstückliste und Baukasten — unterscheiden sich in der Darstellung: flach, hierarchisch oder einstufig.

Das Wichtigste

  • Die Stückliste listet Teile, Baugruppen und Rohstoffe eines Erzeugnisses mit Menge und Mengeneinheit.
  • Mengenübersicht: flache Liste aller Teile mit Gesamtmenge, ohne Hierarchie.
  • Strukturstückliste: zeigt die Zusammensetzung über alle Fertigungsstufen in tabellarischer Form.
  • Baukastenstückliste: betrachtet jeweils eine einzelne Ebene; Baugruppen haben eigene Stücklisten.
  • Die Mengenübersichtsstückliste dient der Kalkulation und der schnellen Ermittlung der Einkaufsmengen für ein Los Endprodukte.
  • DIN 199-1:2024-06 vereinheitlicht die Terminologie der technischen Produktdokumentation; die Norm ist nicht gesetzlich bindend.

Definition

Stückliste ist die Aufstellung aller Bestandteile eines Erzeugnisses — Teile, Baugruppen und Rohstoffe — mit der jeweils benötigten Menge. Sie legt fest, aus welchen Teilen ein Erzeugnis aufgebaut ist.

Wozu sie dient

Die Stückliste ist die Grundlage für die Bedarfsermittlung, den Einkauf, die Disposition, die Arbeitsplanung und die Kalkulation. Sie dient auch der Wartung und Reparatur von Produkten und als Basis für Ersatzteilkataloge.

Die drei Grundarten an einem Beispiel

Am Beispiel des Erzeugnisses „Tisch T1” (1× Tischplatte, 1× Beinrahmen; der Beinrahmen besteht aus 4× Tischbeinen und 8× Schrauben) zeigen die drei Grundarten dieselbe Produktstruktur in unterschiedlicher Darstellung:

Stücklistenart Darstellung am Beispiel „Tisch T1”
Mengenübersicht 1× Tischplatte, 1× Beinrahmen, 4× Tischbeine, 8× Schrauben — flache Liste, ohne Hierarchie
Strukturstückliste eine Tabelle über alle Stufen: Tisch T1 → 1× Tischplatte, 1× Beinrahmen; darunter 4× Tischbeine, 8× Schrauben
Baukasten zwei einstufige Stücklisten: Ebene 1 (Tisch T1) mit 1× Tischplatte, 1× Beinrahmen; Ebene 2 (Beinrahmen) mit 4× Tischbeine, 8× Schrauben

Die Mengenübersichtsstückliste wird für die Kalkulation und zum schnellen Ermitteln der Einkaufsmengen für ein Los Endprodukte verwendet.

Normative Grundlage

Die Terminologie der technischen Produktdokumentation, zu der die Stückliste gehört, vereinheitlicht die nicht gesetzlich bindende DIN-Norm DIN 199-1:2024-06.

Nicht zu verwechseln

Die Stückliste listet die Bestandteile eines Erzeugnisses; der Arbeitsplan beschreibt die Fertigungsschritte und -operationen. Eine Rezeptur ist die Stückliste eines Erzeugnisses, das nach Rezeptur hergestellt wird, zum Beispiel ein Kuchen; sie ist auf eine bestimmte Menge des Endprodukts bezogen, zum Beispiel 1 kg Kuchen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stückliste und Rezeptur?

Eine Rezeptur listet wie die Stückliste die Bestandteile eines Erzeugnisses mit Mengen auf, zum Beispiel die Zutaten eines Kuchens. Im Beispiel des Artikels ist die Stückliste auf 1 Stück des Erzeugnisses bezogen; eine Rezeptur ist auf eine bestimmte Menge des Endprodukts bezogen, zum Beispiel 1 kg Kuchen.

Quellen

  1. DIN 199-1:2024-06 Technische Produktdokumentation (TPD) — Teil 1: Begriffe im DokumentationswesenDeutsches Institut für Normung (DIN), DIN Media · abgerufen am
  2. 17.2.3b Single-Level Bill of Material, Multilevel Bill of Material, and Summarized Bill of MaterialETH Zürich, Integral Logistics Management (Prof. em. Dr. Paul Schönsleben) · abgerufen am
  3. 17.2.1 Product, Product Structure, Components, and OperationsETH Zürich, Integral Logistics Management (Prof. em. Dr. Paul Schönsleben) · abgerufen am