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Arbeitsplan (Welche Schritte an welchem Arbeitsplatz)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Der Arbeitsplan legt für ein Erzeugnis fest, in welcher Reihenfolge welche Arbeitsgänge an welchen Arbeitsplätzen ausgeführt werden, und trägt je Arbeitsgang die Rüstzeit und die Stückzeit. Zusammen mit der Stückliste, die die Teile und Mengen des Erzeugnisses beschreibt, bildet er die Fertigungsstammdaten; aus den Zeiten, den Arbeitsplätzen und den Kostensätzen der Arbeitsplätze leitet sich die Fertigungskosten pro Stück ab.

Das Wichtigste

  • Der Arbeitsplan trägt je Arbeitsgang den Arbeitsplatz, die Rüstzeit und die Stückzeit.
  • Die Stückliste beschreibt die Teile und Mengen des Erzeugnisses, der Arbeitsplan die Fertigungsschritte.
  • Rüstzeit fällt je Los an, Stückzeit je Stück; zusammen ergeben sie die Fertigungszeit.
  • Die Kosten pro Stück ergeben sich aus (Stückzeit + Rüstzeit ÷ Losgröße) × Kostensatz des Arbeitsplatzes ÷ 60.
  • REFA-Lexikon: Rüstzeit ist die Zeit für das Einrichten eines Betriebsmittels für die folgende Arbeitsaufgabe.

Arbeitsplan ist die Aufstellung, die für ein Erzeugnis die technologische Reihenfolge der Arbeitsgänge, den jeweiligen Arbeitsplatz und den Zeitbedarf je Arbeitsgang festlegt (Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort Arbeitsplan).

Wozu er dient

Der Arbeitsplan entsteht in der Arbeitsvorbereitung und wird im ERP-System als Stammdaten des Erzeugnisses gepflegt. Die Arbeitsvorbereitung umfasst nach dem REFA-Lexikon auch die Erstellung von Stücklisten und die Planung des Bedarfs an Material, Maschinen und Personal. Die Zeiten je Arbeitsgang dienen der Terminierung der einzelnen Arbeitsgänge; die Fertigung steuert die Aufträge nach dem Arbeitsplan. Die begleitende Kapazitätsbedarfsplanung (CRP) rechnet den Kapazitätsbedarf je Arbeitsplatz aus den Arbeitsplänen und gleicht ihn mit dem Kapazitätsangebot ab. MRP nutzt für die zeitliche Planung dagegen vereinfachte Zeitwerte aus dem Materialstamm; die Mengen rechnet es aus der Stückliste.

Beispiel: Routing mit Kosten pro Stück

Beispielrechnung für ein Los von 100 Stühlen, erfundene Zahlen, alle Arbeitsplätze mit 20 Euro pro Stunde:

Arbeitsgang Arbeitsplatz Rüstzeit (je Los) Stückzeit (je Stück)
10 Sägen Sägewerk 15 min 2 min
20 Bohren Bohrmaschine 10 min 1 min
30 Montieren Montageplatz 5 min 4 min

Die Rüstzeit fällt je Los an, die Stückzeit je Stück. Rüstkosten je Los: 30 min × 20 Euro pro Stunde = 10,00 Euro. Fertigungskosten je Stück: 7 min × 20 Euro pro Stunde = 2,33 Euro. Rüstanteil je Stück: 10,00 Euro ÷ 100 = 0,10 Euro. Fertigungskosten pro Stück: 2,33 Euro + 0,10 Euro = 2,43 Euro.

Zusammenhang mit der Stückliste

Die Stückliste beschreibt, aus welchen Teilen und in welchen Mengen das Erzeugnis besteht (Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort Stückliste); der Arbeitsplan beschreibt die Arbeitsgänge für das zugehörige Erzeugnis beziehungsweise eine Stücklistenstufe. Selbst gefertigte Komponenten, die in der Stückliste stehen, können eigene Arbeitspläne haben. Beide hängen am Erzeugnis: MRP löst die Stückliste in Mengen auf; die Prüfung, ob die Kapazität der Arbeitsplätze reicht, ist die begleitende Kapazitätsbedarfsplanung (CRP), die den Kapazitätsbedarf aus den Arbeitsplänen mit dem Kapazitätsangebot abgleicht.

Nicht zu verwechseln mit

  • Fertigungsauftrag: der Auftrag für ein konkretes Los; der Arbeitsplan ist die Stammdaten, auf die der Auftrag verweist.
  • Durchlaufzeit: die Gesamtzeit vom Auftragsstart bis zum fertigen Produkt, inklusive aller Wartezeiten; der Arbeitsplan trägt je Arbeitsgang die Rüstzeit, die Stückzeit und die technische Wartezeit, je nach Arbeitsplan auch weitere Zeitanteile wie Transportzeiten zur nächsten Bearbeitung und Wartezeiten.
  • Stückliste: die Teile und Mengen des Erzeugnisses, nicht die Fertigungsschritte.

Häufige Fragen

Unterscheidet sich der Arbeitsplan je Losgröße?

Im Beispiel oben bleibt der Arbeitsplan unverändert; die Losgröße ändert nur, wie sich die Rüstzeit auf die Stück verteilt: Bei 100 Stück kostet die Rüstzeit 0,10 Euro je Stück, bei 10 Stücken 1,00 Euro je Stück (Beispielrechnung oben). Für ein Material können aber mehrere alternative Arbeitspläne definiert sein, z. B. in Abhängigkeit von der Losgröße; der Arbeitsplankopf trägt den Losgrößenbereich, für den der Arbeitsplan gilt.

Wofür werden die Zeiten aus dem Arbeitsplan verwendet?

Die Zeiten je Arbeitsgang dienen der Terminierung der einzelnen Arbeitsgänge; die begleitende Kapazitätsbedarfsplanung (CRP) rechnet den Kapazitätsbedarf je Arbeitsplatz aus den Arbeitsplänen. MRP nutzt für die zeitliche Planung dagegen vereinfachte Zeitwerte aus dem Materialstamm; die Mengen rechnet es aus der Stückliste.

Quellen

  1. REFA-Lexikon: RüstzeitREFA AG · abgerufen am
  2. REFA-Lexikon: ArbeitsvorbereitungREFA AG · abgerufen am
  3. REFA-Lexikon: KapazitätsplanungREFA AG · abgerufen am
  4. Gabler Wirtschaftslexikon: ArbeitsplanSpringer Fachmedien Wiesbaden · abgerufen am
  5. Gabler Wirtschaftslexikon: StücklisteSpringer Fachmedien Wiesbaden · abgerufen am
  6. 17.2.6 Operation and Routing Sheet (Arbeitsplandaten)ETH Zürich (Schönsleben, Integral Logistics Management) · abgerufen am
  7. Grunddatenverwaltung und Betriebsdatenerfassung als Basis der PPS, Abschnitt 3.4 ArbeitsplänePeter Loos, in: Corsten/Friedl (Hrsg.) Produktionscontrolling, Vahlen 1999 · abgerufen am
  8. CPIM Learning System Excerpt: MRP und Capacity Requirements PlanningASCM (APICS) · abgerufen am