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Berichtswesen im ERP aufbauen: Von der Frage zum Standardbericht

Aktualisiert:

Gilt für: Versionsunabhängige Methode für ERP- und Warenwirtschaftssysteme in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Beispielzahlen erfunden, keine Produktbindung.

Kurz gesagt

Ein Standardbericht beginnt bei der Entscheidung: Halten Sie fest, welche Frage welcher Empfänger in welchem Rhythmus beantwortet, und leiten Sie daraus Bezugsobjekt, Datenquelle, Filter, Vergleichswert und eine verantwortliche Person ab. Alle Festlegungen gehören in eine einseitige Berichtsdefinition; ohne Vergleichswert lässt sich ein Wert nicht einordnen. Die Methode gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich.

Das Wichtigste

  • Erst Entscheidungsfrage, Empfänger und Rhythmus festhalten, dann Datenquelle und Filter wählen.
  • Jede Kennzahl braucht Bezugsobjekt, Einheit, Periode, Stichtag und einen Vergleichswert; Zähler, Nenner und Ergebnis nennen je ihre Einheit (Beispiel: Stück ÷ Stück pro Tag = Tage).
  • Ausschlüsse wie Storno, Retoure, gesperrte Artikel und Umbuchungen gehören in die Berichtsdefinition.
  • Der absolute Wert einer Kennzahl trägt wenig; erst der wiederholte Vergleich derselben Messung macht ihn nutzbar.
  • Je Bericht ein Empfänger, der entscheidet, und eine Person, die die Zahl prüft.
  • ISO 24896 und die IBCS-Standards regeln die Berichtsnotation; sie gelten, wenn Sie sie vereinbaren.

Was Sie vorab brauchen

  • die Entscheidung, die der Bericht vorbereiten soll, in einem Satz
  • den Empfänger, der diese Entscheidung trifft, und den Rhythmus, in dem er sie trifft
  • das Bezugsobjekt der Zählung: Artikel, Artikelgruppe, Kunde, Auftrag, Kostenstelle oder Projekt
  • die Kennzahl mit Einheit und Rechenweg aus Zähler und Nenner, jeder Wert mit seiner eigenen Einheit, sodass die Rechnung in der Einheit aufgeht (Stück ÷ Stück pro Tag ergibt Tage)
  • den Zugang zur Datenquelle: der Bericht oder die Abfrage im ERP und die Feldnamen im Datenmodell
  • die Vergleichsgröße: Vorperiode, Vorjahr, Planwert oder Zielwert
  • eine Person, die die Zahl vor der Verteilung prüft und Abweichungen anspricht

Ohne den ersten Punkt fehlt die Begründung für alles Weitere: Aus der Frage folgt, welches Feld zählt.

Was einen Standardbericht ausmacht

Ein Standardbericht ist eine wiederkehrende Auswertung mit festem Empfänger, festem Rhythmus, festen Filtern und fester Darstellung. Von einer einmaligen Abfrage unterscheidet er sich durch diese vier Festlegungen, nicht durch die eingesetzte Software.

Der absolute Wert einer Kennzahl trägt für sich wenig. Nach der Lehrunterlage der ETH Zürich zu Logistikkennzahlen (Abschnitt 1.4.1) wird eine Kennzahl erst durch die wiederholte Messung über die Zeit zu einem Steuerungsinstrument. Dieselbe Quelle nennt die Vergleichbarkeit als zweite Bedingung: Betriebe beziehen Kennzahlen auf unterschiedliche Bezugsobjekte, im Beispiel auf Auftragspositionen statt auf Artikel, und messen sie in Mengen- oder in Werteinheiten, sodass zwei Zahlen erst nach Kenntnis der Definition nebeneinander gehören. Sie weist außerdem darauf hin, dass jede Messung den gemessenen Vorgang beeinflusst und dass der Aufwand der Messung gegen ihren Nutzen abzuwägen ist.

Aus diesen beiden Bedingungen folgt die Arbeitsregel dieses Artikels: Jede Zahl bekommt einen Vergleichswert und eine schriftliche Definition, sonst ist sie nicht wiederholbar. Wie viele Zahlen ein Bericht tragen kann, behandelt der Artikel Dashboard für die Geschäftsführung.

Schritt für Schritt: von der Frage zum Standardbericht

Die acht Schritte folgen der Reihenfolge, in der die Festlegungen voneinander abhängen.

Schritt 1: Entscheidungsfrage notieren

Schreiben Sie einen Satz mit drei Teilen: wer entscheidet, worüber, und ab welcher Schwelle er handelt. Aus „wir schauen mal auf die Bestände“ wird „die Geschäftsführung entscheidet monatlich, ob die Reichweite der Produktgruppe X über 90 Tagen liegt“. Ergebnis: eine Frage, die eine Zahl, ein Ja oder ein Nein beantworten kann. Ohne die Schwelle sagt ein Wert von 94 Tagen nichts darüber, ob gehandelt werden muss.

Schritt 2: Empfänger, Rhythmus und Verantwortliche festlegen

Der Empfänger ist die Person, die entscheidet; der Rhythmus richtet sich nach ihrem Entscheidungsanlass, nicht nach der technischen Möglichkeit, den Bericht zu erzeugen. Benennen Sie zusätzlich eine zweite Person, die die Zahl vor der Verteilung prüft und Rückfragen beantwortet. Ergebnis: Name, Rolle, Empfangstag und Prüfschritt stehen in der Berichtsdefinition; ohne einen Namen gibt es niemanden, der eine falsche Zahl vor der Verteilung bemerkt.

Schritt 3: Bezugsobjekt und Zählweise bestimmen

Legen Sie fest, worauf sich jede Zahl bezieht: Artikel oder Artikelgruppe, Stück oder Wert, Auftrag oder Auftragsposition, Kalendermonat oder rollierende zwölf Monate. Die Wahl kann das Ergebnis bei gleichen Daten verändern, weil Abweichungen auf den Ebenen unterschiedlich durchschlagen; wie weit die Werte auseinandergehen können, zeigt das Rechenbeispiel im Artikel Servicegrad und Lieferbereitschaft. Halten Sie außerdem die Einheit jedes Werts fest: Zähler und Nenner dürfen verschiedene Einheiten tragen, der Rechenweg nennt sie, und die Einheit muss aufgehen (Stück ÷ Stück pro Tag ergibt Tage). Bleiben Sie innerhalb einer Kennzahl bei einer Messgrundlage, also bei Mengen- oder bei Werteinheiten; Zähler und Nenner eines Anteils oder einer Quote tragen dieselbe Einheit. Ergebnis: ein Satz „gezählt wird …“, der in jedem Bericht gleich lautet.

Schritt 4: Datenquelle und Felder im ERP festlegen

Suchen Sie den Bericht oder die Abfrage, die alle benötigten Felder führt, und schreiben Sie die Feldnamen auf. Prüfen Sie, ob jedes Feld die Bedingung aus Schritt 3 überhaupt tragen kann: Ein Lieferdatum am Auftragskopf erlaubt keine Aussage über einzelne Positionen, eine Bestandsmenge ohne Bewertungsmethode keine Aussage in Euro und ein Bestandswert in Euro geteilt durch eine Verbrauchsmenge in Stück keine Reichweite in Tagen, weil Zähler und Nenner dann auf verschiedenen Messgrundlagen beruhen. Für eine Reichweite in Tagen brauchen Sie den Tagesverbrauch in Stück; dann ergibt Stück ÷ (Stück pro Tag) Tage. Fehlt ein Feld oder läuft die Abfrage zu lange, ist das eine technische Aufgabe, die der Artikel Auswertungen bremsen das ERP einordnet. Ergebnis: eine Liste aus Datenobjekt und Feld.

Schritt 5: Periode, Stichtag und Filter definieren

Bestimmen Sie, welches Datum den Zeitraum abgrenzt, welcher Tag Stichtag ist und welcher Datenstand gilt: die Periode etwa aus dem Buchungsdatum, der Stichtag als Monatsletzter, der Auszug mit Zeitstempel. Schreiben Sie jede Ausschlussregel aus: Storno, Retoure, gesperrte Artikel, innere Umbuchungen, offene Belege am Stichtag. Jede Ausnahme, die nur im Kopf des Erstellers steht, verschiebt eine Zahl und zerstört den Vergleich zum Vormonat. Ergebnis: Filterzeilen, die ein Dritter übernehmen kann.

Schritt 6: Vergleichswert wählen

Jeder Wert im Bericht bekommt genau einen Bezug mit derselben Periodenlänge: Vormonat, Vorjahresmonat, Plan oder Zielwert. Monat gegen Monat und Monat gegen Quartal ergeben verschiedene Aussagen; beschriften Sie deshalb jede Vergleichsspalte einzeln. Bei Plan- und Zielwerten gehört die Herkunft der Zahl dazu, weil sie sich ändern kann. Ergebnis: eine beschriftete Vergleichsspalte je Bericht, nicht vier gemischte.

Schritt 7: Darstellung und Umfang wählen

Tabelle für den Vergleich von Werten, Diagramm für Verlauf und Muster; die Einzelheiten stehen im Abschnitt „Welche Darstellung zur Frage passt“. Begrenzen Sie den Bericht auf die Zahl oder die Zahlen, die die Frage aus Schritt 1 beantwortet, und auf höchstens eine Seite. Ergebnis: ein Ausgabeformat, das ohne weitere Erklärung lesbar ist.

Schritt 8: Testlauf und Abnahme

Rechnen Sie den Bericht einmal von Hand nach: eine Stichprobe von zehn Zeilen und die Gesamtsumme gegen die Quelldaten. Legen Sie den Auszug danach dem Empfänger mit der Frage aus Schritt 1 vor und halten Sie fest, welche Änderung er verlangt. Ergebnis: eine abgenommene Fassung mit Datum, die als Fassung 1 in der Berichtsdefinition steht.

Die Berichtsdefinition auf einer Seite

Die Vorlage fasst die Festlegungen der acht Schritte zusammen. Sie passt auf eine Seite und liegt dort, wo der Bericht entsteht, also neben der Abfrage im System oder in der Dokumentation des Berichtswesens. Beispielspalte: erfundene Zahlen einer Handelsfirma.

Feld Was hineingehört Beispiel
Entscheidungsfrage wer worüber ab welcher Schwelle entscheidet Die Geschäftsführung entscheidet monatlich, ob die Reichweite der Produktgruppe X über 90 Tagen liegt.
Empfänger und Rhythmus Person, Rolle, Empfangstag Geschäftsführung und Vertriebsleitung, bis zum 5. Werktag nach Monatsende
Bezugsobjekt und Zählweise worauf sich jede Zahl bezieht, in welcher Einheit Artikelgruppe, Menge in Stück, Kalendermonat
Kennzahl und Rechenweg Zähler, Nenner, Einheit je Wert, Rundung Reichweite in Tagen = Bestandsmenge am Stichtag (Stück) ÷ Tagesverbrauch (Stück pro Tag); Tagesverbrauch = Verbrauchsmenge der Periode (Stück) ÷ Kalendertage der Periode, auf ganze Tage gerundet
Datenquelle und Felder Bericht oder Abfrage, Datenobjekt, Feldname Bestandsliste (Feld Bestandsmenge in Stück), Verbrauchsstatistik (Feld Verbrauchsmenge in Stück)
Periode und Stichtag abgrenzendes Datum, Stichtag, Datenstand des Auszugs Buchungsdatum, Stichtag Monatsletzter, Auszug mit Zeitstempel
Filter und Ausschlüsse was nicht mitzählt und warum ohne gesperrte Artikel, ohne innere Umbuchungen, ohne offene Belege am Stichtag
Vergleichswert eine beschriftete Bezugsgröße mit Periodenlänge Vormonat und Vorjahresmonat, jeweils voller Kalendermonat
Darstellung Form, Titel, Einheit, Quelle, Sortierung Tabelle, Spalten Monat, Wert, Vormonat, Abweichung in Prozent, sortiert nach Artikelgruppe
Verantwortlich und Prüfschritt wer prüft was gegen welche Quelle Disposition: Abgleich der Stichprobe gegen die Bestandsliste zum Stichtag
Fassung und Änderungen Datum der letzten Änderung und was sich geändert hat Fassung 3 vom 1. Oktober 2026: Ausschluss gesperrte Artikel ergänzt

Zähler und Nenner einer Kennzahl tragen nicht zwingend dieselbe Einheit; entscheidend ist, dass der Rechenweg jede Einheit nennt und die Rechnung in der Einheit aufgeht. Die Reichweite im Beispiel rechnet Stück durch Stück pro Tag und ergibt Tage. Rechnen Sie mit Werten, so müssen Bestand und Verbrauch nach derselben Bewertungsmethode bewertet sein und der Tagesverbrauch als Wert pro Tag ausgewiesen werden; Euro ÷ (Euro pro Tag) ergibt ebenfalls Tage. Nach der Lehrunterlage der ETH Zürich zu Logistikkennzahlen (Abschnitt 1.4.1) kann die Messung einer Kennzahl auf Mengen- oder auf Werteinheiten beruhen; zwei Messungen sind nur bei derselben Messgrundlage vergleichbar.

Zwei Angaben fehlen in keiner Fassung: wo die Zahl herkommt und wer sie freigegeben hat. Änderungen an Filter, Periode oder Rechenweg werden als neue Fassung mit Datum und Grund eingetragen; ohne diese Zeile sind zwei Monatswerte nicht mehr vergleichbar, auch wenn beide aus demselben Bericht stammen.

Beispielrechnung: ein Filter verschiebt den Wert um 0,2 Punkte

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen. Ein Handelsbetrieb berichtet monatlich den Anteil der offenen Auftragspositionen, deren zugesagter Termin überschritten ist. Der Auszug zum Monatsletzten enthält 1.240 offene Positionen, davon 180 über Termin. Das ergibt 180 ÷ 1.240 = 14,5 Prozent.

Nimmt derselbe Betrieb die am Stichtag noch offenen, aber bereits stornierten Positionen aus dem Nenner, bleiben 1.200 Positionen, von denen 176 über Termin sind: 176 ÷ 1.200 = 14,7 Prozent. Der Unterschied von 0,2 Punkten stammt allein aus dem Filter. Beide Werte sind richtig, solange die Berichtsdefinition sagt, welcher gilt; ohne diese Zeile sieht die zweite Zahl wie eine Verschlechterung des Geschäfts aus, obwohl nur eine Regel anders angewandt wurde.

Welche Darstellung zur Frage passt

Die Leitlinien des UK Government Analysis Function für Tabellen und für Diagramme (beide veröffentlicht am 19. Mai 2022) ordnen die beiden Formen nach dem Zweck: Tabellen passen, wenn Leser Werte vergleichen, Prozentwerte oder Summen prüfen wollen; Diagramme zeigen Muster, Verläufe und Zusammenhänge. Für große Datenmengen, die weiterverarbeitet werden, dient ein Export. Die Leitlinien sind für britische Behörden geschrieben und für einen internen Bericht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz keine Vorschrift, sondern eine Gestaltungshilfe.

Die Leitlinie für Diagramme nennt je statistischer Beziehung geeignete Formen. Auszug:

Beziehung Beispiel Geeignete Form nach der Leitlinie
Verlauf über die Zeit Preisentwicklung Liniendiagramm
Rangfolge Gruppen nach Wert geordnet Balkendiagramm, nach Wert sortiert
Abweichung von einer festen Größe Ist gegen Ziel oder Durchschnitt Balkendiagramm mit der Zielgröße auf der Skala
Anteile am Ganzen Umsatz nach Bereichen Balken- oder Kreisdiagramm, Kreis mit höchstens fünf Kategorien
Zusammenhang zweier Größen Menge und Preis Punktdiagramm
Verteilung über einen Bereich Bestandsalter schmale Balken mit kleinen Abständen

Für die Ausführung nennt dieselbe Quelle unter anderem: zwei Titel, einer mit der Aussage und einer mit Daten, Gebiet und Zeitraum; die Datenquelle unter dem Diagramm; Achsen, Reihen und Balken beschriften, Text waagerecht; keine Schatten, Muster, 3D-Formen und dicken Gitterlinien, höchstens etwa zehn Gitterlinien. Die Leitlinie für Tabellen ergänzt: Zahlen in Spalten statt in Zeilen, gleiche Genauigkeit innerhalb einer Spalte, Zahlen rechtsbündig, Trennzeichen für Tausender. Als verwandtes Ziel für die Sprache nennt die IBCS Association die Norm ISO 24495-1:2023 über Grundsätze und Leitlinien für verständliche Dokumente.

Für wiederkehrende Berichte gibt es veröffentlichte Notationen. Die IBCS-Standards der IBCS Association bündeln ihre Vorschläge in sieben Bereichen unter dem Kürzel SUCCESS; die Fassung 2.0 wurde am 11. Juni 2026 verabschiedet und ist auf die Norm ISO 24896 ausgerichtet. Nach der Beschreibung der IBCS Association legt ISO 24896 eine einheitliche Notation für Geschäftsberichte, Präsentationen und Dashboards fest, mit Anforderungen an die Beschriftung, das Layout von Diagrammen und Tabellen und die Darstellung der Werte. Standards haben grundsätzlich keine rechtliche Verbindlichkeit; für Ihren Betrieb gelten solche Regelwerke, wenn Sie sie als Hausstandard setzen oder mit einem Auftraggeber vereinbaren.

So prüfen Sie das Ergebnis

Sieben Proben, die auch ein Dritter nachrechnen kann:

  • Titelprobe: Nennen die zwei Titel die Aussage und den Zeitraum, das Gebiet und die Datenbasis?
  • Summenprobe: Ergibt die Summe der Zeilen die Gesamtsumme, und ist vermerkt, dass Rundung sie verschieben kann?
  • Einheitenprobe: Nennt der Rechenweg für Zähler, Nenner und Ergebnis je die Einheit, geht die Rechnung in der Einheit auf (Stück ÷ Stück pro Tag = Tage), und nennt er die Periodenlänge, aus der der Tagesverbrauch entsteht?
  • Filterprobe: Legen Sie denselben Zeitraum einmal mit und einmal ohne die dokumentierten Ausschlüsse aus und vergleichen Sie die Werte.
  • Datenstandsprobe: Steht der Auszugszeitpunkt am Bericht, und lässt sich der Bericht mit diesem Stand wiederholen?
  • Stichprobenprobe: Rechnen Sie zehn Zeilen von Hand gegen die Quelldaten nach.
  • Adressprobe: Kann der Empfänger die Frage aus Schritt 1 allein mit diesem Auszug beantworten?

Wenn etwas nicht klappt

Je Fall stehen Symptom, mögliche Ursache und Abhilfe nebeneinander.

Symptom Mögliche Ursache Abhilfe
Der Bericht bleibt ohne Reaktion die Entscheidungsfrage, die Schwelle oder ein Empfänger fehlt Schritt 1 nachtragen; findet sich keine Entscheidung, den Bericht aus dem Standard nehmen
Zwei Abteilungen nennen verschiedene Werte abweichender Datenstand, Filter oder Bezugsobjekt beide Definitionen nebeneinanderlegen und auf eine Fassung zusammenführen
Die Zahl springt, ohne dass sich im Geschäft etwas geändert hat Filter oder Periode wurden geändert, die Änderung steht nicht in der Definition Änderung als neue Fassung eintragen und beide Werte mit Fassungsdatum berichten
Die Summe passt nicht zu den Einzelzeilen unterschiedliche Rundung je Zeile Genauigkeit je Spalte festlegen; die Gesamtsumme aus ungerundeten Werten rechnen und das vermerken
Der Empfänger fragt jede Woche eine andere Auswertung ab Rhythmus und Anlass sind nicht festgelegt Entscheidungsanlass im Kalender des Empfängers verorten und den Takt darauf setzen
Die Auswertung wird mit den Monaten langsamer wachsende Datenmenge in der laufenden Abfrage Abfrage, Replikat und getrennte Auswertungsdaten prüfen, siehe Auswertungen bremsen das ERP

Wann Sie Hilfe holen sollten

Holen Sie den ERP-Betreuer oder die Datenverantwortung dazu, wenn ein benötigtes Feld im Datenmodell fehlt, keine Bewertungsmethode hinterlegt ist oder die Abfrage den Betrieb verlangsamt; das sind Änderungen am System, keine Berichtsarbeit. Prüfen Sie vorher im Artikel Stammdatenqualität messen, ob die Lücken aus falsch gefüllten Feldern stammen.

Soll die Zahl an einzelne Beschäftigte oder in Zielvereinbarungen einfließen, klären Sie die Zulässigkeit vorher mit Ihrer Rechts- oder Personalabteilung, bevor Sie den Bericht verteilen. Brauchen Sie Daten aus mehreren Systemen oder viele Nutzer mit unterschiedlichen Fragen, kommt ein eigenes Auswertungswerkzeug ins Spiel; die Kriterien dafür behandelt BI-Werkzeug oder ERP-Berichte.

Häufige Fragen

Wie viele Standardberichte braucht ein Betrieb?

So wenige, wie die Entscheidungen tragen. Prüfen Sie jeden Bericht nach drei Monaten gegen den Zweck aus seiner Berichtsdefinition: Wurde damit etwas entschieden oder geändert, oder hat ihn nur die IT erzeugt? Wer keinen Anlass mehr hat, wandert aus dem Standard in die Einzelabfrage. Ob ein Bericht etwas trägt, zeigt sich an seiner Entscheidung, nicht an der Zahl der Auswertungen; siehe auch [Dashboard für die Geschäftsführung](/daten/dashboard-geschaeftsfuehrung-zehn-zahlen/).

Reichen die Berichte des ERP, oder brauche ich Excel daneben?

Für wiederkehrende Zahlen reicht das ERP, solange die Felder dort geführt werden und die Definition stabil bleibt. Zwei Stände entstehen, sobald dieselbe Zahl in einer Tabelle weitergepflegt und im ERP erneut erfasst wird. Was in einer Tabelle bleiben darf, steht unter [Excel neben dem ERP](/daten/excel-neben-erp-wann-erlaubt/).

Der Bericht zeigt eine Abweichung. Was mache ich damit?

Zuerst den Bericht prüfen, dann das Geschäft: Datenstand, Periode und Filter gegen die Berichtsdefinition halten und eine Stichprobe nachrechnen. Erst wenn diese drei Punkte stimmen, ist die Abweichung ein Fall für die Fachabteilung. Jede spätere Änderung an Filter oder Periode gehört als neue Fassung in die Berichtsdefinition.

Muss ich ISO 24896 einhalten?

Nicht von Gesetzes wegen. Standards haben grundsätzlich keine rechtliche Verbindlichkeit; ISO 24896 gilt, wenn Sie sie als Hausstandard setzen oder vertraglich vereinbaren. Für einen internen Standardbericht genügt eine eigene, schriftlich festgelegte Darstellung. Sinnvoll ist der Bezug auf eine Norm, wenn mehrere Standorte oder ein Auftraggeber dieselbe Form verlangen.

Quellen

  1. 1.4.1 The Basics of the Measurement, Meaning, and Practical Applicability of Logistics Performance Indicators (Lehrunterlage: Aussagekraft absoluter Werte, wiederholter Vergleich über die Zeit, abweichende Bezugsobjekte, Messung in Mengen- oder Werteinheiten und Vergleich nur bei derselben Messgrundlage, Einfluss der Messung auf den Vorgang, Aufwand gegen Nutzen)ETH Zürich, OPESS, Lehrmaterial von Prof. em. Dr. Paul Schönsleben (Integral Logistics Management) · abgerufen am
  2. IBCS Standards Version 2.0 – aligned with ISO 24896 (SUCCESS-Formel mit sieben Bereichen, Verabschiedung der Fassung 2.0 am 11. Juni 2026, Ausrichtung auf ISO 24896)IBCS Association, International Business Communication Standards · abgerufen am
  3. ISO 24896 Notation for business reporting (Beschreibung des Gegenstands: einheitliche Notation für Geschäftsberichte, Präsentationen und Dashboards, Veröffentlichung am 11. Juni 2026)IBCS Association · abgerufen am
  4. BS ISO 24896:2026, Notation for business reporting (Katalogeintrag: Status Current, veröffentlicht am 30. Juni 2026, identisch mit ISO 24896)BSI, British Standards Institution · abgerufen am
  5. BS ISO 24495-1:2023, Plain language – Governing principles and guidelines (Katalogeintrag: Status Current, veröffentlicht am 30. Juni 2023; Grundsätze und Leitlinien für verständliche Dokumente)BSI, British Standards Institution · abgerufen am
  6. Data visualisation: charts (Leitlinie für Behörden, veröffentlicht am 19. Mai 2022; Zuordnung von statistischen Beziehungen zu Diagrammtypen, Titel, Datenquelle, Beschriftung, Verzicht auf Beiwerk)UK Government Analysis Function, Cabinet Office und Office for National Statistics · abgerufen am
  7. Data visualisation: tables (Leitlinie für Behörden, veröffentlicht am 19. Mai 2022; Tabellen gegen Diagramme, Zahlen in Spalten statt Zeilen, gleiche Genauigkeit je Spalte, Rundung und Summen)UK Government Analysis Function · abgerufen am
  8. Standards verstehen (Grundsatz: Standards haben grundsätzlich keine rechtliche Verbindlichkeit)Austrian Standards · abgerufen am