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KPI (Kennzahl, die ein Ziel messbar macht)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Eine KPI (Key Performance Indicator) ist eine Kennzahl, die den Fortschritt auf ein konkretes Ziel misst. Sie besteht aus Zielwert, Istwert und Formel, deren Eingangsdaten das ERP bereits erfasst hat oder anbindet. Die Auswahl richtet sich nach dem Ziel: Die Kennzahl muss den Fortschritt messbar machen und aus vorhandenen Daten berechenbar sein.

Das Wichtigste

  • KPI steht für Key Performance Indicator; im Deutschen: Kennzahl, die ein Ziel messbar macht.
  • Eine KPI braucht Zielwert, Istwert und Formel; die Eingangsdaten sind im ERP bereits erfasst oder angebunden.
  • ISO 22400-2:2014 beschreibt KPIs für Fertigungsbetriebe mit Formel, Zeitverhalten und Einheit; der Standard bindet nicht durch Gesetz.
  • Die Auswahl folgt dem Ziel: messbar, aus vorhandenen Daten berechenbar, mit festem Rhythmus.

KPI (Key Performance Indicator) ist eine Kennzahl, die den Fortschritt auf ein konkretes Ziel misst und aus Zielwert, Istwert und Formel besteht.

Wozu eine KPI dient

Eine KPI macht ein Ziel messbar und vergleichbar. Ohne Kennzahl bleibt ein Ziel eine Absicht; mit Kennzahl lässt sich der Istwert gegen den Zielwert stellen und der Abstand verfolgen. Im ERP-Kontext leiten Sie KPIs aus den bereits erfassten oder angebundenen Daten ab, etwa Verkäufen, Beständen, Aufträgen und Rechnungen.

Beispiel

Die Wareneinsatzquote misst, welcher Anteil des Netto-Umsatzes auf den Wareneinsatz entfällt: Wareneinsatz ÷ Netto-Umsatz × 100. Der Wareneinsatz wird aus Anfangsbestand plus Zugängen minus Endbestand ermittelt. Ein Betrieb mit 800.000 Euro Netto-Umsatz und 480.000 Euro Wareneinsatz hat eine Quote von 60 Prozent (Beispielrechnung).

Standardbasis

ISO 22400-2:2014 (ISO/TC 184/SC 5, mit Änderung A1:2017) definiert KPIs für Fertigungsbetriebe und beschreibt sie mit Formel, Zeitverhalten, Einheit und Nutzergruppe. Der Standard bindet nicht durch Gesetz, sondern höchstens durch Vertrag.

Nicht zu verwechseln

  • Kennzahl: kann auch ohne Zielbezug verwendet werden; jede KPI ist eine Kennzahl, nicht umgekehrt.
  • Ziel: die Vorgabe, die eine KPI misst; das Ziel ist nicht die Kennzahl.
  • OKR: ein Ziel-System mit Objectives und Key Results; KPIs können als Key Results dienen, sind aber nicht dasselbe.

Zehn ERP-KPIs nach Bereich

Die Tabelle listet zehn KPIs mit Formel, Quelldaten im ERP und Rhythmus. Die Formeln stammen aus den genannten Quellen; die Rhythmen sind redaktionelle Einschätzungen, keine Vorgaben.

Bereich KPI Formel Quelldaten im ERP Rhythmus
Einkauf Wareneinsatzquote Wareneinsatz ÷ Netto-Umsatz × 100 Bestände, Wareneinkauf, Verkäufe monatlich
Lager Lagerumschlagshäufigkeit Verbrauch pro Jahr ÷ durchschnittlicher Lagerbestand Lagerbewegungen, Bestände monatlich
Lager Lagerreichweite durchschnittlicher Lagerbestand ÷ täglicher Verbrauch (in Tagen) Bestände, Verbrauch wöchentlich
Fertigung OEE Verfügbarkeit × Leistung × Qualität Maschinenprotokolle, Ausschuss täglich
Fertigung Durchlaufzeit Auftragsende − Auftragsbeginn Auftragsdaten monatlich
Fertigung Zeitgrad Sollarbeitszeit ÷ Istarbeitszeit × 100 Arbeitszeiterfassung wöchentlich
Vertrieb Umsatzrentabilität Gewinn ÷ Umsatzerlöse × 100 Verkäufe, Kosten monatlich
Finanzen Debitorenlaufzeit (DSO) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ÷ Jahresumsatz × 360 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz monatlich
Finanzen Liquiditätsgrad flüssige Mittel ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100 Bank, Forderungen, Verbindlichkeiten monatlich
Finanzen Vorratsquote Vorräte ÷ Gesamtvermögen × 100 Bestände, Bilanz monatlich

Die OEE setzt drei Faktoren ins Verhältnis: Verfügbarkeit (Betriebsdauer ÷ geplante Operationszeit), Leistung (produzierte Menge ÷ vorgegebene Menge) und Qualität (Gutmenge ÷ produzierte Menge). Der Liquiditätsgrad ist die Liquidität 1. Grades: flüssige Mittel ÷ kurzfristiges Fremdkapital × 100.

Häufige Fragen

Unterscheidet sich eine KPI von einer Kennzahl?

Ja. Jede KPI ist eine Kennzahl, aber nicht jede Kennzahl ist eine KPI. Eine KPI ist an ein konkretes Ziel gebunden und misst den Fortschritt darauf; eine Kennzahl kann auch ohne Zielbezug verwendet werden.

Muss ich KPIs nach ISO 22400-2 wählen?

Nein. Der Standard bindet nicht durch Gesetz. Er liefert für Fertigungsbetriebe eine strukturierte KPI-Liste mit Formel, Zeitverhalten und Einheit; Sie können sie als Vorlage nutzen, müssen sie aber nicht.

Wie viele KPIs sollte ein ERP-Betrieb verfolgen?

Das hängt vom Ziel ab. Redaktionell empfehlen wir, pro Bereich eine bis drei KPIs zu verfolgen, damit jede Kennzahl im Rhythmus geprüft werden kann. Mehr verwässert die Aufmerksamkeit.

Quellen

  1. ISO 22400-2:2014 Automation systems and integration — Key performance indicators (KPIs) for manufacturing operations management — Part 2: Definitions and descriptionse-standart.gov.az (amtliches Normenportal Aserbaidschans) · abgerufen am
  2. BS ISO 22400-2:2014+A1:2017, KatalogseiteBritish Standards Institution (BSI) · abgerufen am
  3. Handbuch für die Schätzung der Umsatzsteuer (SRP), Abschnitt 4.2.8: Rückrechnung der monatlichen WarenbeständeFinanzverwaltung Schleswig-Holstein · abgerufen am
  4. Lernfeldorientierte Formelsammlung IndustrieStädtische Berufsschule Nürnberg · abgerufen am
  5. Forderungsmanagement: Debitorenlaufzeit (DSO)IHK München · abgerufen am
  6. Kreditverhandlungen erfolgreich führen (2024), Kennzahlenanhang: DebitorenlaufzeitIHK Offenbach · abgerufen am
  7. Overall Equipment Effectiveness (OEE) DefinitionREFA e.V. (REFA-Lexikon) · abgerufen am