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Key User (Fachanwender mit Projektrolle)

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Der Key User ist der Fachanwender, der im ERP-Projekt die Anforderungen seines Bereichs in das System überträgt, Tests und Schulungen übernimmt und nach dem Go-live erste Anlaufstelle ist. Die Ausgestaltung als Zusatzfunktion neben der regulären Tätigkeit ist eine redaktionelle Annahme, keine Norm; der Begriff kommt aus der Projektmanagement-Praxis.

Das Wichtigste

  • Die Ausgestaltung als Zusatzfunktion neben der regulären Tätigkeit ist eine redaktionelle Annahme, keine Norm.
  • Typische Aufgaben: Anforderungen formulieren, Konfiguration mitprüfen, testen, schulen, erste Anlaufstelle nach Go-live.
  • DIN 69901-5:2009-01 definiert Projektmanagement-Begriffe; ISO/IEC/IEEE 12207:2026 den Prozessrahmen für den Software-Lebenszyklus.
  • Normen sind grundsätzlich freiwillig; bindend werden sie, wenn ein Vertrag auf sie verweist oder der Gesetzgeber ihre Einhaltung vorschreibt.
  • Die wöchentlichen Zeitbudgets in der Tabelle sind redaktionelle Annahmen, keine Norm.

Key User ist ein Mitarbeitender aus dem Fachbereich mit einer definierten Projektrolle im ERP-Projekt. Er bringt die Anforderungen seines Bereichs in die Konfiguration ein, prüft die Ergebnisse, testet die Abläufe und schult die Anwender.

Wozu die Rolle dient

Der Key User ist die Verbindung zwischen Fachbereich und System. Sie kennen die Prozesse und Daten Ihres Bereichs; Projektleiter und IT kennen das System. Fehlt die Rolle, bleibt diese Verbindung unbesetzt; Anforderungen, Tests und Schulungen müssen dann über andere Wege laufen.

Rollen und Zeitbudget

Die Tabelle grenzt den Key User von drei weiteren Rollen ab. Die Zeitbudgets sind redaktionelle Annahmen für die Einführungsphase eines ERP-Projekts, keine Norm:

Rolle Hauptaufgabe Zeitbudget pro Woche (Beispiel)
Key User Anforderungen, Tests, Schulungen im Fachbereich 10 bis 15 Stunden
Projektleiter Planung, Steuerung, Verantwortung für Termine und Budget 20 bis 40 Stunden
IT-Administrator Betrieb, Berechtigungen, Schnittstellen, Updates 10 bis 20 Stunden
Endanwender Nutzung des Systems im Tagesgeschäft 0 bis 2 Stunden (Schulung)

Standardbasis

DIN 69901-5:2009-01 (Projektmanagement – Projektmanagementsysteme – Teil 5: Begriffe) definiert Begriffe des Projektmanagements. ISO/IEC/IEEE 12207:2026 (Systems and software engineering – Software life cycle processes) beschreibt den Prozessrahmen für den Software-Lebenszyklus; die Fassung von 2017 ist abgelöst. Beide Standards sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht gesetzlich bindend; sie gelten, wenn ein Vertrag auf sie verweist.

Nicht zu verwechseln

  • Projektleiter trägt die Gesamtverantwortung für das Projekt; der Key User ist Fachexperte für einen Bereich.
  • IT-Administrator betreibt die Technik; der Key User kennt die Fachprozesse.
  • Endanwender nutzt das System; der Key User schult und unterstützt.

Häufige Fragen

Wann ist der Key User im Projekt eingebunden?

Der Key User ist ab der Anforderungsdefinition bis nach dem Go-live eingebunden. In der Einführungsphase planen Sie 10 bis 15 Stunden pro Woche ein; danach sinkt der Aufwand auf die Rolle als erste Anlaufstelle. Die Zeiten sind redaktionelle Annahmen.

Gilt DIN 69901-5 auch in Österreich und der Schweiz?

DIN 69901-5 ist eine deutsche Norm. In Österreich und der Schweiz gilt sie, wenn ein Vertrag auf sie verweist; ansonsten ist ihre Anwendung freiwillig. ISO/IEC/IEEE 12207 ist eine internationale Norm mit dem gleichen Status.

Quellen

  1. DIN 69901-5:2009-01 Projektmanagement – Projektmanagementsysteme – Teil 5: BegriffeDeutsches Institut für Normung · abgerufen am
  2. IEEE/ISO/IEC 12207-2026 Systems and software engineering — Software life cycle processesIEEE Standards Association · abgerufen am
  3. Normen und Recht: Anwendung von Normen ist grundsätzlich freiwilligDeutsches Institut für Normung · abgerufen am